weScape goes reefScape… „The kaleidoscope of life“ Teil 3

Mit Volldampf voraus…

Vorwort

Dinos_Kiesel… in die heftigste Einlaufphase die ich jemals erlebt habe.  So kann man das eigentlich ganz gut umschreiben. Denn was mich ab dem 3. Tag an Herausforderungen erwartete, kannte ich bis dato SO noch nicht.

Im Süßwasser hatte ich durchaus schonmal Kieselalgen in der Einlaufphase oder hier und da ein paar grüne Algen. Doch das ist ja fast wie ein Kindergeburtstag gewesen, wenn ich mir rückblickend das „60er salzig“ anschaue. 

Aber ich will mal nicht übertreiben, denn es war ja nicht alles schlecht und naja… irgendwie auch recht fordernd.

 

Die Einlaufphase

Wie schon oben erwähnt, hatten sich seit Tag 3 starke braune Beläge an Sand und Scheiben abgesetzt. Vermutlich ein Mix aus Kieselalgen und Dinoflatelagen oder Goldagen… ich hatte keine Ahnung und es wurde immer schlimmer. Der vormals weiße Sand wurde komplett dunkelbraun und auch die Steine waren nicht mehr zu erkennen. Später dann auch diese nicht mehr, weil das Wasser komplett trüb wurde. Ein erster beherzter Wasserwechsel brachte da auch recht wenig… 

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Das Leben…

Den Korallen ging es jedoch hervorragend. Auch konnte ich jeden Tag was Neues im Aquarium entdecken. Hier gab es einige kleine Copepoden, dann eine Schnecke, Bachflohkrebse, eine kleine schwarze Muschel usw..

Clam_web   strange_web   Huh

Auch habe ich die Korallen alle 2-3 Tage mit den Polyp Labs – Reef Roids gefüttert und täglich etwas Phytoplankton hinzugegeben. Für mich ist das auch heute noch immer wieder beeindruckend. Man sieht richtig wie gierig die Acanthastreas das Zeug verschlemmen und sich aufplustern. Aber auch die Zoas und die Scheibenanemonen konnten das Zeug anscheinend sehr gut vertragen.

Acants_rainbow_web   Pseudopterogorgia sp. Purple_web   Briareum_web

Nach und nach zogen dann auch immer mehr Korallen ein. Hier mal eine neue Acanthastrea, da mal eine Gorgonie. Dann kam Dr. Fisch zu Besuch und brachte noch etwas von onescape mit (die übrigens eine verdammt gute Verpackung für die Korallen haben – ich sage nur Vakuumiergerät)

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Soweit so gut 🙂

Wie dem auch sei, es gab aber nicht nur “ Gutes“ zu entdecken.

 

Der Horror…

Anfangs schienen sich hier und da einige Strudelwürmer (Tubelarien) mit eingeschlichen zu haben, vermutlich durch Ableger welche ins Becken eingebracht wurden. Diese sollten entfernt werden, da sie sich durchaus an euren Korallen vergehen können, was ich dann natürlich auch gemacht habe. Normalerweise sagt man: „Wo einer ist, sind auch mehr“, ich habe seitdem aber keinen mehr entdecken können.

hm

Dafür jedoch eine auf Englisch genannte „Zoa eating nudibranch“ eine Zoanthus fressende Nacktschnecke. Habe ich mich anfangs an der Scheibe noch über diese durchaus schöne Tier gefreut, fand ich es umso gemeiner diesen kleinen Kerl in der Blaulichtphase „aus“ einem orange-fluoreszierenden Zoa Polypen kriechen zu sehen, mit einem orange-leuchtendem Bauch. Direkt am nächsten Tag dann die nächste „Kleine“ an der Scheibe… Horror!

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Das Tier habe ich dann abgesammelt und einen Tag später in ein Zoofachgeschäft in der Nähe gebracht. Man muss es ja nicht gleich den Strudel des Todes nehmen lassen. Bis jetzt… toi toi toi… keine mehr entdeckt und die betroffenen Zoas haben sich wieder geöffnet.

Aber lassen wir die Tiere mal Tiere sein und widmen uns wieder dem Aquarium.

 

Die Arbeit…

In den ersten Wochen wurde täglich die Salinität und die KH geprüft. Solange es den Korallen gut ging, habe ich Nitrat/Nitrit/Phosphat auch keine Beachtung mehr geschenkt. Zudem wurde einmal am Wochenende der Calcium Wert genommen, damit ich sehen konnte ob ich noch im grünen Bereich bin.

Da ich Anfangs noch jeden Tag eine gute Menge Salzwasser nachfüllen durfte (durch das wässrige Abschäumen des Eiweiss-Abschäumers) war alles im grünen Bereich.

Die Werte selbst habe ich in einer Numbers Tabelle festgehalten, damit ich auch direkt sehen konnte wann sich der erste wirkliche Verbrauch bemerkbar macht (für das Versorgungssystem), dazu aber später mehr.

Bildschirmfoto 2016-07-13 um 20.53.15

Abends kurz vor dem Ausgehen des Lichts, wurden dann noch die Scheiben von den braunen Belägen gereinigt. Laut Internet-Recherche sollte das wohl besser sein, damit die Scheiben länger sauber bleiben… Naja.. ne. Bei mir war das nicht wirklich der Fall 😀 Noch nicht!

Zudem wurde das verdunstete Wasser mit Osmosewasser aufgefüllt. Das tat ich anfangs noch händisch, wurde mir aber dann zu lästig und ich habe die automatische Nachfülleinheit installiert. So werden nun jeden Tag ca. 200-500ml Wasser automatisch in das Aquarium gegeben, je nach Verdunstungsgrad.

Ich musste also nur noch kontrollieren ob noch genug Reinstwasser in meinem kleinen Kübel war.

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Die Regel…

Nach den täglichen Arbeiten hieß es dann erstmal Finger aus dem Becken! Klingt zwar etwas ausgelutscht, doch es hilft. Auch wenn es für meine verwöhnten, pingeligen Augen ein Grauß gewesen ist das Becken/Sand und Steine so dreckig zu sehen. Es wurde besser.

 

Die „Analysen“ und das Versorgungssystem

Ich Schussel konnte es ja nicht abwarten und meinte direkt nach 1 1/2 Wochen mit dem Versorgungssystem, den ATI Nano Essentials starten zu können. Warum? Weil ich den ersten Verbrauch festgestellt hatte:

Bildschirmfoto 2016-07-10 um 21.26.59

Bzw: hier mal im Detail:
Start_NanoE

Das dieser Verbrauch aber ggfs. durch die Schwankunken in der Salinität ( starkes, feuchtes Abschäumen des Abschäumers und manuelles Ausgleichen von Osmosewasser) zu Stande gekommen ist, kam mir da nicht in den Sinn. Daher wurde die Dosierung der Nano Essentials dann erst einmal wieder ausgesetzt.

Sal_overview

 

 

 

 

 

 


Ein paar Worte zum sog. Versorgungssystem

Nano_essentials_webStellt euch das Versorgungssystem wie einen Pflanzendünger im Süßwasser vor (im übertragenen Sinne). Eure Korallen verbrauchen Elemente aus dem Wasser, dementsprechend müssen diese wieder zugeführt werden. Durch die Kontrolle der KH wird die Dosiermenge bestimmt, später kann man auch das Calcium messen um etwaige Schwankungen (durch einen höheren/niedrigeren Verbrauch) dort zu kompensieren.

Durch das tägliche Ausgleichen des gemessenen Verbrauchs sollen Wasserwechsel so fast überflüssig sein. Yay 🙂

Spaß bei Seite… Man muss natürlich die Salinität im Auge behalten und ggfs. eine kleine Menge Salzwasser durch Osmosewasser ersetzen falls diese steigt ODER den Wasserwechsel als Werkzeug einsetzen. Sprich: Wenn sich z.B. Schadstoffe wie Schwermetalle im Wasser angesammelt haben, man durchaus einen Wasserwechsel durchführen kann um diese zu entfernen. 

Anschließend kann man jedoch der Sache auf den Grund gehen und das Problem beheben.
Um aber erst einmal dahinter zu kommen braucht man eine ordentliche Wasseranaylse. Diese kann noch „manuell“ durch Tröpfchentests durchgeführt werden. Ist aber (je nach Test) nicht immer sehr genau. Eine neue, moderne Form der Analyse ist hier das:

ICP-OES

Bei der ICP-OES Analyse werden Wasserproben via Post an die jeweilige Firma geschickt welche die Prüfung durchführt (in meinem Falle ATI) und ihr erhaltet kurze Zeit später die Ergebnisse. Quasi die Evolution der Tröpfchen-Wasseranalyse im Geschäft eurer Wahl und deutlich genauer, inkl. Empfehlungen zur Verbesserung der Wasserqualität.

Ich habe eine Wasserprobe nach 2 Wochen losgeschickt, um zu sehen ob noch alles im Lot ist, auch mit meinem Osmosewasser.
Und Überraschung, war es natürlich nicht.

Bildschirmfoto 2016-07-13 um 21.23.10

Hier die Auswertung im Detail.

Man erkennt sofort das in meinem Fall Barium, Kupfer und Phosphor deutlich erhöht gewesen sind.  Die Ursachen liesen sich zum Glück schnell auf meiner Seite ermitteln.

Barium und Phosphor
Ich war etwas zu übereifrig mit meinem Phosphatadsorber und hatte diesen überdosiert, mit zuviel Durchfluss.  Dumm gelaufen, denn so reicherte sich durch den Abrieb das Barium an und es wurde kein Phosphor/Phosphat aus dem Wasser entfernt.

Kupfer
Osmoseanlage hinüber!!!  Nachdem ich diese dann komplett getauscht hatte war auch hier wieder alles im Lot.

Nachdem ich dann in den folgenden Wochen Wasserwechsel durchgeführt hatte, sah die Welt schon besser aus. Auch scheint die Osmoseanlage nun zu funktionieren, denn der Kupferwert ist wieder im grünen Bereich.

Hier die Details von der 2. Auswertung

Bleibt nur noch mein Problem mit Phosphat / Phosphor. Das werde ich definitiv beobachten müssen.

Aber soweit schaut es doch schonmal gut aus, findet Ihr nicht auch?

Stand heute

Nach exakt 5 Wochen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Das Wasser ist morgens klar und nicht mehr gelb, der Sand ist fast wieder weiß und auch die braunen Stellen an den Steinen werden von Tag zu Tag kleiner. Die Korallen plustern sich förmlich auf und die Scheiben bleiben mehrere Tage sauber! Einzig hier und da sind noch vereinzelte, kleine Cyano-Nester zu sehen.

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Aber das soll mich erstmal nicht weiter stören. 

Jetzt fängt das Ganze an interessant zu werden, der Besatz kann weiter steigen und ich kann mich so langsam mit der vernünftigen Platzierung der Korallen beschäftigen.

Und was nehme ich nur für Fische 🙂

Ich bzw. wir halten euch auf  dem Laufenden, soviel ist sicher!
Eurer Team weScape.

 

Abschließend findet ihr hier noch die Bilder-Gallerie, immer aktuell:

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