Wasseraufbereitung – Teil 1 Die Umkehrosmoseanlage

Die Umkehrosmoseanlage

Heute beschäftigen wir uns mit dem Thema der Wasseraufbereitung. Als erstes nehmen wir die einfachste Art der Wasseraufbereitung unter die Lupe – die Umkehrosmoseanlage. Eine Marke ist uns dabei sofort ins Auge gefallen, die Firma Aqua Medic. Daher beleuchten wir diese Anlagen hier etwas genauer.

Das perfekte Wasser…

Im asiatischen Raum kommt das Wasser mit perfekten Werten aus der Leitung, zumindest was das Scapen und die Diskuszucht angeht. Das Wasser weißt eine Härte von 2-3 Grad auf, wobei die Konzentration der Karbonate sehr gering ist. Dieser Zustand ist ein Traum für uns Scaper oder Liebhaber diverser Weichwasserfische. Im ersten Teil befassen wir uns mit der gängigsten Methode der Wasseraufbereitung, der Umkehr-Osmose-Anlage. Für die UOA spricht ein günstiger Anschaffungspreis, die einfache Handhabung und Installation. Eine handelsübliche UOA, mit einer Leistung zwischen 90 L/Tag bis 150 L/Tag kostet in der Regel zwischen 59€ und 120€.

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Der Aufbau

Allerdings gibt es hier Unterschiede in der Bestückung auf die wir später noch eingehen werden. Wir konzentrieren uns hier auf die kleineren Anlagen mit einer Leistung von 90 l/Tag bis 300 l/Tag. Installiert wird die UOA mit einem 1 Zoll Schraubanschluß am Wasserhahn(wie z.B. bei Waschmaschienen). Eine UOA besteht aus einem Feinfilter,(meistens 5 μm) einem Kohlefilter und einer Membran mit Rückspülventil.

 

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Der Kohlefilter der günstigeren Anlagen besteht immer aus Kohlesplitt bzw. Pellets. Bei den hochwertigeren Anlagen wird zumeist eine gepresste Kohlekerze verwendet. Wir können an dieser Stelle nur auf die zweite genannte Variante verweisen da diese viel effektiver Verunreinigungen entfernt, aufgrund der größeren Oberfläche.

Auch bei der Membrane gibt es Unterschiede, sie werden hier aus TFC (Polyamid/Polysulfon)gefertigt.

Bevor ihr die Anlage in Betrieb nehmt solltet ihr die Membran am Eingang von den beiden anderen Filtern trennen. So könnt ihr den Feinfilter und den Kohlefilter einmal kurz durchspülen, damit keine Reste der Kohle in der Membrane landen und diese länger hält. Schließt danach die Membrane an und nehmt die UOA in Betrieb, jetzt lasst ihr die UOA für ca. eine Stunde laufen ohne das Wasser zu sammeln, damit Reste der Desinfektionsmittel aus der Membran geschwemmt werden können. Diese Desinfektionsmittel werden den Membranen beigesetzt um diese vor Pilzen und Bakterien zu schützen.

Eine UOA entsalzt das Wasser nach dem Prinzip der Osmose nur umgekehrt 😉 , daher der Name.

Sollte das austretende Wasser einen Wert von 50 m/s überschreiten empfehlen wir eine neue Membrane einzusetzen. Eine „aquaristische“ Faustregel besagt das die Membranen am längsten halten, welche ständig in Betrieb sind. Das liegt daran das längere „Trockenzeiten“, also die Zeit in der die Anlage nicht betrieben wird, der Anlage schaden da die Membran antrocknet. Der Kohlefilter sollte mindestens alle 6 Monate ausgetauscht werden, genauso halten wir das mit dem Feinfilter. Eine UOA entfernt die im Wasser vorhandenen Salze fasst vollständig. Andere Inhaltsstoffe wie Silikat, Nitrat, Phosphat bleiben allerdings im Wasser. Sollten diese zu hoch konzentriert sein muss ein Entmineralisierungsfilter nachgeschaltet werden.

index.phpEntmineralisierungsfilter

 

Aqua Medic bietet hier einzelne Module an die sich Problemlos nachschalten lassen. Das Harz (resin) kann in eines dieser Module gefüllt werden, es wird als letze Einheit vom Wasser durchlaufen und filtert Stoffe wie Silikat, Nitrat, Phosphat aus dem Wasser ,auch ist es mit diesen Modulen möglich die kleineren UOA zu pimpen.

 

 

 

Bei den meisten UOA hat man ein Abwasser/Reinstwasser Verhältnis von 3:1. Das heisst das wir pro Liter Reinstwasser 3 Liter „Abwasser“ haben. Befürworter der UOA reden meist davon das Abwasser zum Gießen der Zimmerpflanzen zu nutzen, allerdings braucht es dazu schon jede Menge Pflanzen wie unser Beispiel aufzeigt.

Bei einem kleinen Scape von ca. 65 Liter, in dem wir regelmäßig 50% des Wassers/ pro Woche austauschen , fallen  pro Woche ca.75 Liter „Abwasser“ an (wir gehen hier von 50L Wasser aus, abzüglich Hardscape, Soil usw.).

Das ist schon eine ganze Menge.

  • 100 Liter Reinstwasser / Monat
  • 300Liter Abwasser / Monat

Sind unterm Strich 400 Liter Einsatz an Wasser um ein Scape von 65 Liter zu betreiben. Wir sind hier aber noch nicht fertig, nachdem wir unser Wasser gesammelt haben müssen wir unsere UOA noch einmal „säubern“. Dazu öffnen wir das Rückspühlhähnchen und lassen es 5-10 min. laufen. Ich habe nie nachgemessen was hier nochmal an Wasser verbraten wird, es dürfte sich aber ungefähr auf die vorherige Menge an Abwasser belaufen.

Fazit:

Die UOA ist die erste Wahl wenn wir am Leitwert unseres Leitungswasser’s schrauben müssen. Sie ist einfach zu installieren und günstig in der Anschaffung. Zudem haben wir mit den Modulen von Aqua Medic die Möglichkeit unerwünschte Stoffe wie Silikat, Phosphat, Nitrat usw. fast vollständig zu entfernen. Für kleine Aquarien mit Weichwasserfischen ein Muß. Ein Nachteil ist bestimmt der erhöhte Wasserverbrauch, wenn man sich überlegt das mit dem Einsatz von 25 Litern entsaltztem Wasser 3 weitere Aquarien versorgt werden könnten. Hier sollte auch bedacht werden, das wir das Wasser sammeln müssen, bei 25 Litern reicht ein Kanister aus, bei 100 oder mehr Litern kann es hier schon zu Problemen kommen (für nicht Garagenbesitzer). Außerdem ist Geduld gefragt das „sammeln“ des Wasser kann hier manchmal ein paar Tage in Anspruch nehmen.

Tipp: Probiert mal die Premium Line mit „Resin“ Filter.

In Teil 2 nehmen wir für euch den Mischbettfilter etwas genauer unter die Lupe.  

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