Trigonostigma somphongsi – Siamesischer Zwergbärbling

Trigonostigma somphongsi

Der Siamesische Zwergbärbling

Trigonostigma somphongsi (früher Rasbora somphongsi) sind alte Bekannte im Aquarium (Abbildung 1). Nach Riehl & Baensch (2004) wurden die Tiere bereits im Jahr 1957 von Werner aus Thailand eingeführt und wenig später von Meinken (1958) beschrieben. In dem interessanten Beitrag von Aquarium Glaser (2015), der Großhändler berichtet regelmäßig über importierte Arten, wird darauf hingewiesen, dass bei der Erstbeschreibung keine genauen Angaben zu der Typuslokalität gemacht wurden. Erst in einer späteren wissenschaftlichen Arbeit wurde die Region „südliches Menam“ (Thailand) angeführt. Über die Jahre wurden aufgrund der Zerstörung des Lebensraumes immer weniger Tiere importiert. Es ist allerdings anzumerken, dass die Art früher bei uns nachgezogen werden konnte. Infolge wurde die Art im Jahr 2011 von Vidthayanon in die Roten Liste (IUCN) als „Critically Endangered“ eingetragen, da von der Zerstörung des angenommenen Verbreitungsgebietes (Becken des Mae Khlong nahe Ratchaburi im zentralen Thailand) auszugehen war. Nur weil immer wieder einzelne Exemplare als Beifang bei den Exporten nach Deutschland und Japan auftauchten, konnte man davon ausgehen, dass sie noch nicht ausgestorben waren (Aquarium Glaser, 2015).

Abbildung 1: Trigonostigma somphongsi Zuchtgruppe im V-Becken.

Im Jahr 2014 gab es allerdings eine positive Überraschung: Nidsaraporn et al. (2014) entdeckten eine neue Population in überfluteten Reisfeldern im Bangapakong Becken in der Nakhornnayok Provinz im zentralen Thailand. Es ist anzumerken, dass diese Arbeit online verfügbar ist (siehe Literaturanhang). Die Tiere migrieren für die Fortpflanzung in der Regenzeit in überflutete Reisfelder und ziehen sich bei der Trockenzeit in die Hauptgewässer zurück. Besonders ist hier auf die Schwankungen der Wasserparameter im überschwemmten Bereich hinzuweisen, so geben die Autoren für den pH-Wert 3,81 bis 7,98 und für die Härte als CaCO3 35 bis 202 mg/l an. Die Temperatur variiert lediglich zwischen 31 und 33,5°C. Für Biotop-AquarianerInnen ist erwähnenswert, dass im Bereich der Reisfelder während der Trockenzeit in den Pfützen Trichopsis vittata und Boraras urophthalmoides gefunden wurden. In der Regenzeit, bzw. dann wann die Überschwemmung von September bis November stattfindet, wurden mit den T. somphongsi mitziehende Rasbora borapetensis, Amblypharyngodon chulabhornae und Boraras urophthalmoides beobachtet. Derzeit werden die Tiere regelmäßig importiert und mir sind auch schon Stocklisten mit Nachzuchten untergekommen.

Äußerlich unterscheiden sich die Weibchen von den Männchen dahingehend, dass sie wesentlich stärker gebaut und größer sind (bis ca. 3 cm). Die Männchen sind kleiner und schlanker, aber dafür auch farbintensiver. Die Pflege von den Tieren ist prinzipiell nicht sonderlich schwer – ein Fisch der solche Schwankungen der Wasserparameter verträgt, muss wohl relativ robust sein. Für die Nachzucht ist trotzdem sehr weiches Wasser, bei mir mit Osmose aufbereitetes Leitungswasser mit KH 0, und ein niedriger pH-Wert zu empfehlen. Für die Erzeugung von Schwarzwasser nutze ich Bruchstücke von Weißtorfsoden, die ich direkt in das Becken gebe. So erreiche ich pH-Werte um 4. Die Wirkung der Soden hält über Monate und sie dienen gleichzeitig als Substrat im Becken. Für die Zucht der T. somphongsi im Daueransatz verwende ich ein 60 l V-Becken (auch Keilbecken genannt) (siehe Abbildung 2). In diesem lebt eine Zuchtgruppe von 11 Tieren mit einigen Weibchen und Männchen. Da die Tiere dem Nachwuchs nachstellen, habe ich mich für die Methode mit dem V-Becken entschieden. Aufgrund der Strömung sammeln sich die Jungfische im durch den Keil getrennten Jungfischbereich. Das Hauptbecken ist bis auf die Torfstücke und einige Blätter (von Eiche und Seemandelbaum) substratlos und in kleinen Tontöpfen habe ich einiges an Hygrophila polysperma gepflanzt. Es ist nämlich wichtig zu wissen, dass die Tiere an den Unterseiten von den Blättern ablaichen. Im Jungfischbereich befindet sich abgesehen von Salvinia natans auch Javamoos. Um die Tiere tatsächlich zum Laichen zu bringen, sind mehrere Wasserwechsel pro Woche wichtig. Diese sollen im Ausmaß von mehr als 10 % sein. Ich wechsle ca. 30-40 % zweimal pro Woche, aber ein Züchter aus Schottland hat mir unlängst bis zu 70 % empfohlen. Außerdem ist es wichtig kühles Wasser zu nehmen, um die Temperatur kurzfristig um vielleicht 3°C zu senken. Danach sollte kräftig mit Artemia, Moina und Essigälchen gefüttert werden. Es wird allerdings auch Trockenfutter angenommen. Für die Jungtiere nutze ich zunächst flüssiges Aufzuchtfutter.

 

Abbildung 2: Prinzip des V-Beckens. Ein Video zu dem Becken findet ihr hier:

Gastbetrag von Daniel Elster, Fotos © Daniel Elster

Hier die Links zu seinem YouTube Kanal, Daniel´s  Facebookseite Dani´s Fischgarage und Internetseite.

Wenn ihr noch weitere Fragen habt, schreibt ihn einfach über seine Facebookseite per PN an.

Literaturangaben

Vidthayanon, C. (2011): Trigonostigma somphongsi. The IUCN Red List of Threatened Species 2011. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2011-1.RLTS.T187886A8638137.en aufgerufen am 02.10.2017.

Riehl, R. & Baensch, H. A. (2004): Aquarienatlas Band 3. Mergus Verlag. Seite 260.

Nidsaraporn et al. (2014): The first record of Trigonostigma somphongsi (Meinken, 1958) a critically endangered species, in its natural habitat of Thailand (Cypriniformes Cyprinidae). http://www.biodiversityjournal.com/pdf/5%284%29_471-474.pdf aufgerufen am 02.10.2017.

Aquarium Glaser (2015): Trigonostigma somphongsi. http://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/trigonostigma_somphongsi_de/ aufgerufen am 02.10.2017.

 

 

 

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