Synchiropus sycorax – Der rote Mandarinfisch

Mr. und Ms. Red – Meine Ruby Red Dragonet

Vorwort

Schon etwas länger war ich auf der Suche nach einem passenden Besatz für mein Reefscaping Projekt.

Leider ist das aufgrund der Größe gar nicht mal so einfach, denn viele schöne Fische setzen da doch deutlich größere Aquarien voraus (200 Liter aufwärts). Per Zufall entdeckte ich einige Synchiropus sp.  in einem Fachgeschäft in der Nähe (welche dort fälschlicherweise als Synchiropus moyeri angeboten wurden) und war sofort hin und weg! So hieß es dann ab nach Hause und erst einmal, vor dem Kauf, recherchieren. Was sind das für Tiere und was benötige ich um diese halten zu können?

 

Grundlegende Informationen

Bei den sog. „Ruby Red Dragonet“ (wie die Tiere im Englischen genannt werden) handelt es sich um einen Leierfisch , der bei uns auch „roter Mandarinfisch“ genannt wird. Er ist ganz klar kein Anfängertier und sollte nur in gut eingefahrenen Aquarien mit einer guten Population an Zooplankton bzw. Kleinstlebewesen gehalten werden. 

Ursprünglich kommt der Ruby Red Dragonet von den Philippinen, es wurden aber auch schon sehr ähnliche Tiere von John Hansen und Rufus Kimura bei einer Expedition im Süd-Pazifik entdeckt (Quelle: ReefBuilders).

Die Tiere werden oft auch unter dem Namen Synchiropus tudornjonesi gehandelt, wobei diese Art eine schwarze Färbung an der Flanke aufweist und auch das Muster der weißen Punkte etwas anders angeordnet ist. Neuerdings hat diese Art nun aber endlich auch einen eigenen Namen spendiert bekommen: Synchiropus sycorax!

Hier die verfügbaren Informationen aus dem Meerwasser-Lexikon: 

  • Wissenschaftlicher Name: Synchiropus sp.
  • Umgangssprachlich: Roter Mandarinfisch
  • Vorkommen: Philippinen 
  • Größe: bis zu 4.8 cm
  • Temperatur: 23°C – 26°C
  • Futter: Artemia (Salzwasserkrebschen), Lebendfutter, Lobstereier, Mysis (Schwebegarnelen)
  • Aquarium: ~ 150 Liter
  • Schwierigkeitsgrad: kein Anfängertier 

 

Gute Voraussetzungen im Aquarium schaffen

Da ich nun wusste, dass eine gesunde Population an Zooplankton erforderlich ist und man auch für diese sorgen sollte falls das Tier kein Frostfutter annimmt, entschied ich mich dazu, die Population in meinem Aquarium zu erhöhen. 

Täglich wurde weiterhin easy reefs easybooster verabreicht, zudem gab es Abends eine Portion vom Koral Sea – K-Zoo. Schon bald konnte ich auch tagsüber jede Menge Getier an den Scheiben finden. Für etwaige Versteckmöglichkeiten sorgte ich, indem ich eine gute Portion einer Makro Alge in das Aquarium einbrachte. Alternativ würde sich da aber auch ein Refugium anbieten. 

Wie dem auch sei, die Maßnahmen zeigten schnell ihre Wirkung.

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Zudem habe ich mir auch einen Zooplankton-Ansatz (Tigriopus californicus) besorgt, damit ich nun auch selbst züchten kann und eine stetige Zugabe gesichert ist. Damit sollte das Tierchen für den Anfang genug Futter haben.

 

Der Besatz

Nun war es also soweit. Ich ging in das Zoofachgeschäft in der Nähe und kaufte mir (glücklicherweise) ein Pärchen, meinen Mr. & Mrs. Red bei einer sichtlich genervten und überarbeiten Mitarbeiterin. Leider gab es keine Fragen zu meinem Aquarium und oder der relativ schwierigen Haltung der Tiere, was ich recht ernüchtern empfand. Man merkte schnell, dass es hier nur um den schnellen Verkauf ging, damit man im Anschluss wieder Paletten ausräumen und anderen Tätigkeiten nachgehen konnte. Schade.

Wie dem auch sei, ab nach Hause mit den beiden, wo sie langsam aber sicher noch in der Tüte an mein Aquarienwasser und die Temperatur gewöhnt wurden. Ich mache das immer direkt in der Tüte, bei der ich recht viel des eigentlichen Wassers weg schütte und diese dann in das Aquarium hänge (mit einer Wäscheklammer) so kommt das Wasser langsam auf die selbe Temperatur.

Dann gebe ich, über einen Zeitraum von 1 bis 1/2 Stunden alle 5 Minuten etwas Wasser aus dem Aquarium in die Tüte, bis diese fast gefüllt ist. Nach dieser Zeit entlasse ich die Tiere dann inkl. des Wassers in das Aquarium. Das ist deutlich weniger Stress als das erneute Fangen mit dem Kescher und dadurch das das meiste Wasser vorab entfernt wurde, auch mit geringer Belastung für das System durch das Fremdwasser.

Und dann verschwanden die 2 erst einmal im Riff.

 

Heute

Nach einigen Wochen sind die beiden zwar immer noch nicht ganz von meiner Anwesenheit vor dem Aquarium angetan, jedoch fressen sie mittlerweile auch gerne Frostfutter (einen Mix aus Artemia, Krebseiern und rotem Plankton) und das Männchen führt hin und wieder seinen „Tanz“ auf um das Weibchen zu beeindrucken.

Das Balzverhalten ist wunderschön anzusehen. Erst imponiert das Männchen und kämpft um die Gunst des Weibchens.

Wie man schön auf dem folgendem Video erkennen kann, welches wir mit der Erlaubnis von „Andre / JustinX“ aus dem Nanoriffe.de Forum verlinken durften:

Danach schwimmen beiden Fische im Aquarium aneinander geschmiegt auf und ab.
Da kann man nur sagen: „Love is in the air* 🙂 

Hinweis: Nichts desto trotz sollte man aus diesem Grund darauf achten das Aquarium (wenigstens an den Rändern) abzudecken. Durch das Auf- und Abschwimmen sind wohl auch schon einige Tiere vor dem Aquarium gelandet.

Zu guter Letzt könnt ihr auf YouTube einige schöne Videos dazu finden -> Klick

Und auch in meinem Video kann man einen ersten Blick erhaschen:

– Euer Team weScape

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