Seachem Flourite Black Sand – Erfahrungsbericht

Seachem Flourite Black Sand 

Vorwort

Schon seit einer Weile wollte ich mir mal Alternativen zum regulären Soil ansehen. Sand oder Kies funktionieren mit einer üppigen Düngung über die Wassersäule zwar auch hervorragend, ich suchte jedoch eher einen Mix aus Nährstoffversorgung über den Bodengrund und leichter Düngung über die Wassersäule.

Nach ein klein wenig Recherche bin ich dann bei Seachem gelandet, bzw. dem Seachem Flourite Black Bodengrund. Dieser bringt schon einiges an Nährstoffen mit und macht sich somit zu einem idealen Kandidaten für einen Praxistest. Diesen gibt es in einer „Gravel“ als auch in einer „Sand“ Variante. Letztere kam mir im Hinblick auf das kleine Nano sehr entgegen und so fiel die Entscheidung. Ob das mal nicht ein Fehler war?! Wir werden sehen!

Sand_Packaging
By the way: Eine Tabelle der enthaltenen Nährstoff-Mengen gibt es hier: Gravel Mineral Composition – Seachem.com

 

Die Einrichtung des Nano-Aquariums, oder: „Let’s spül“

Kommen wir zum spannenden Teil. Der Sand macht, im trockenen Zustand, einen guten Eindruck: Er pappt etwas zusammen und ist von der Konsistenz vergleichbar mit feuchtem Sand an einem Strand, wenn man diesen Vergleich ziehen möchte. Er ist aber gleichzeitig (trocken) nicht sehr fest und lässt sich sehr leicht eindrücken.

Sand_detail_1         Sand_detail_2

Laut Hinweis auf der Packung, sollte man den Bodengrund vor der Nutzung gut spülen.
Dementsprechend habe ich die Schüssel in gutem Glauben mit Wasser gefüllt und… ei ei ei, das Erinnert schwer an Dunkelbier. Der Bodengrund ist wirklich recht spül-intensiv, wenn man das so sagen möchte und es braucht eine ganze Weile bis das Wasser klar wird. Das sollte man durchaus im Hinterkopf behalten und ich empfehle hier wirklich, zumindest ein-zwei Spülgänge.

Der Sand verdichtet sich dann ein wenig und verliert Volumen, so jedenfalls mein Eindruck, er wird auch deutlich fester. Großes Aber: Sobald der Sand wieder mit Wasser in Berührung kommt, fällt er zusammen.

Ihr kennt das sicherlich von Sandburgen am Strand: Kommt die Welle, dann ist der Sand platt.
Das passiert hier auch, was die Gestaltungsmöglichkeiten (mit der Sand Variante) etwas einschränkt.

Hier noch ein Bild vom Spülvorgang und der feuchte, gereinigte Sand im Anschluss:

Darkbeer         Sand_detail_wet

Kommen wir zurück auf die Sandburg. Durch die recht ähnliche Konsistenz mit feuchtem Sandstrand, waren die beiden wichtigsten Hilfsmittel bei der Einrichtung ein Pinsel und ein kleiner Löffel.
Wer mit dem Gedanken spielt einen höheren Substrat-Anstieg verwirklichen zu wollen, muss sich wieder die Sandburg vor Augen halten. Zum einen verschiebt sich das Substrat recht schnell, es klebt an den Steinen und wenn Ihr mit der Sprühflasche nachhelfen möchtet, fällt es in sich zusammen. Also hier Vorsicht walten lassen, oder ggfs. auf die „normale“ Bodengrundvariante zurückgreifen. Der Sand ist in dieser Hinsicht deutlich schwieriger zu meistern.

Hier das erste Substrat-Layout, mit einer vernünftigen Höhe:

Slope_Nope

Nachdem die ersten Steine im rechten Bereich gelegt wurden und ich auch mit der Sprühflasche etwas nachgeholfen habe, ist der Bodengrund in sich zusammen gefallen und ich musste Sand nachlegen.

Wenn Ihr euch das folgende Bild anschaut, könnt Ihr gut erkennen das der Anstieg deutlich flacher geworden ist und ich auch links noch einmal etwas Sand aufgeschüttet habe:

IMG_2926

Um ein weiteres „nach-vorne“ Rutschen des Bodengrunds vermeiden wollte, füllte ich den vorderen Bereich und den Sandweg bereits mit ADA LaPlata auf, leider brachte dies nur einen kleinen Erfolg.

IMG_2931

Wie dem auch sei, danach wurde noch etwas mit dem Hardscape gespielt, einige Steine getauscht und etwas an Details hier und da hinzugefügt.
 
IMG_2932
 
Und das mehrfach 😀
 
 

Mehr Zeit für Pflanzen 🙂

Nachdem das Hardscape fertig war, ging es an die Bepflanzung.
Die Pflanzenliste wurde folgendermaßen zusammengestellt:
 
  • HCC
  • Elaine H.
  • Riccardia
  • Eleocharis Mini
  • Gratiola viscidula
  • Plagiomnium cf. affine
Alles recht kleine Pflanzen, abgesehen von der Gratiola, welche das Aquarium später etwas auflockern soll.
 
Das Substrat lässt sich durch die feine Beschaffenheit, sehr sehr gut bepflanzen! Es klebt kaum etwas an der Pinzette und auch feine Arten wie z.B. das HCC stecken sehr gut im Bodengrund fest, ähnlich wie in normalem Sandboden würde ich da sagen.
 
Hier seht ihr das Aquarium direkt nach dem Bepflanzen:

afterplanting

Kleiner Tipp: Sofern Ihr mit einem hohen Substrataufbau arbeitet, feine Pflanzen nutzt und vermeiden möchtet das euch a) der Aufbau durch das Fluten mit Wasser zerstört wird und b) keine Pflanzen auftreiben, versucht das Aquarium trocken zu starten (Dry-Start Methode). Dadurch können sich schon Wurzeln im Substrat bilden, welche als „natürliche“ Barriere dienen und ein verrutschen verhindern.

Seachem Fluorite Black eignet sich dafür wirklich hervorragend! 0 Schimmelpilzbildung und im direkten Vergleich zu Soil-Bodenrund konnte ich auch nur minimal langsameren Wuchs feststellen.

Auch das kleine Nano wurde so für knapp 4 Wochen trocken gestartet.
Hier ein kleines Update nach 3 Wochen:

after3weeks

 

Wann kommt die Flut?

Nach 4 Wochen war es dann soweit. Das Aquarium wurde langsam und vorsichtig mit Wasser gefüllt, da ich Angst vor weiterem Verrutschen der Steine hatte. Erstaunlicherweise blieb das Wasser kristallklar! Da hat das ganze Spülen wohl doch etwas gebracht.

afterflood
Verrutscht ist nix, dafür wurde es noch einen kleinen ticken flacher.
Nun ja, wie heißt es doch so schön: „Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer was dazu“.
So wird für solche Aufbauten in Zukunft eher der „normale“ Flourite Black genutzt und die Sand-Variante eher zum Ausarbeiten.

Die Düngung

Für die Düngung werden folgende Seachem Produkte benutzt:

  • Po4-limitierende Aufdüngung des Wechselwassers mit „Phosphorus“
  • tägliche Düngung nach Bedarf mit „Nitrogen“ für Stickstoff
  • als Tagesdünger kommt „Flourish“ zum Einsatz
  • Equilibrium wird dem Wechselwasser als Kaliumquelle hinzugefügt

Aram Schneider hat in seinem Blog etwas zur Umrechnung der Mengenverhältnisse geschrieben, was es euch (und mir) etwas einfacher machen sollte die korrekte Dosiermenge zu berechnen:

 
Jetzt heißt es erst einmal „wachsen lassen“!

Viel Spaß beim Nachmachen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.