onescape – next one – twentyfive

Die next generation Meerwasser LED?

Vorwort

IMG_2943Das Thema der richtigen Beleuchtung für ein Meerwasser-Aquarium beschäftigt mich nun schon etwas länger. Ist es doch eines der wichtigsten, wenn auch oft unterschätzten Variablen. Viel wird über das Thema diskutiert, Spektralwerte verglichen, Watt oder PAR zahlen werden immer wieder genannt und Hersteller peitschen und streiten gegeneinander um die Gunst des Nutzers, das bessere Produkt, oder das Marketing – und jeder weiß es besser.

Zumindest ist das in Deutschland der Fall. Letztendlich ist es dem Kunden aber egal, denn funktionieren muss es, oder?

Wie dem auch sei: Als ich vor Kurzem Marco Pardun (Firmeninhaber Onescape) im ehemaligen Onescape room aufsuchte, war ich natürlich nicht nur zufällig dort.

IMG_2922Ich hatte ein Produkt entdeckt, das scheinbar ohne wirkliche Werbung aus dem Einheitsbrei heraussticht. Und dies nicht nur optisch. 

An diesem Tag, holte ich sie ab: die Onescape – nextone.

Nachfolgend möchte ich meine Erfahrung mit dem Produkt mit euch teilen und euch einen kleinen Eindruck dieser besonderen LED Beleuchtung geben. 

Wie immer positiv und auch negativ.

 

Was ist in der Box?

Die Lampe kommt in drei unterschiedlichen Größen daher; 25, 50 und 80 und lässt sich so sehr flexibel auf gängige Aquariengrößen anpassen. In meinem Fall hatte ich eine sog. Twentyfive (also die 25er Größe) vorbestellt, welche ich nach einigen Wochen des Wartens nun in Empfang nehmen konnte.

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Die gut gestaltete, an Apple Produkte erinnernde Umverpackung beinhaltet gut verpackt, die folgenden Dinge:

  • LED-Einheit – onescape next one
  • Controller mit 1,2″ OLED Display zur Steuerung der LED
  • selbstklebendes Klettband zum Anbringen des Controllers
  • Ein Meanwell Netzteil
  • Eine Kurzanleitung
  • Und optional: Eine Seilaufhängung 

 

Die LED Einheit

Die Lampe kommt mit einer sehr üppigen Bestückung an LEDs daher, in diesem Fall (der twentyfive) auf 2 Platinen verteilt. So findet man auf den einzelnen Platinen UV, Violett, Royal Blau, Blau, Cyan, Grün und Weiß. Die rote LED wurde in der neueren Version der Platine entfernt.

Die kleine Version der next one hat so ca. 98 Watt, wobei die große Version (eighty) bei 200 Watt Gesamtleistung liegt. Die einzelnen LEDs haben je nach LED unterschiedliche Leistungswerte.

IMG_2951Die LED Spezifikationen der Nextone gestalten sich wie folgt:

Kanal 1 (Violett) UV 410nm – Arctic Blue 430nm – 450nm Royal Blue
Kanal 2 (Blau) 465nm Cool Blue – 475nm Blue
Kanal 3 (Weiß) 5500k White – 6500K Cool White
Kanal 4 (Coral White) UV 385nm – UV 395nm – Cyan 495nm – Green

Die Anordnung der LEDs wurde bewusst gewählt, um die Lichtmischung positiv über die gesamte Fläche zu beeinflussen.

Apropos Fläche: Das was viele LEDs im Süßwasserbereich schon lange machen, findet man im Meerwasserbereich noch recht selten. Die flächige Ausleuchtung des Aquariums ohne Linsen oder etwaige Reflektoren. Es gibt nur wenige Hersteller die hier auf eine komplette Ausleuchtung setzen.
 

Das äußere Design

Die ganze Einheit besteht aus einem Aluminiumrahmen, welcher komplett pulverbeschichtet ist (nicht nur an den sichtbaren Stellen) und direkt in Dortmund in Handarbeit gefertigt wird.

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Innerhalb des Rahmens sitzen dann die bereits erwähnten Platinen, welche von einer Acrylglasplatte von oben und unten geschützt werden.

Ich habe mir die nextone in der Farbe weiß gekauft, inkl. weißem, pulverbeschichtem Rahmen.

Hier sind jedoch unzählige Kombinationen möglich, denn sowohl der Rahmen, als auch die obere Acrylabdeckung bekommt man in mehreren Farbvarianten.

Dabei kann man zwischen Weiß und Anthrazit für den Aluminiumrahmen wählen und 7 weiteren Farben für die Abdeckung (weiß, schwarz, blau, orange, grün, gelb und rot). So lässt sich jede Lampe für sich passend individualisieren.

Da freuen sich die Fußball-Fans 🙂 Gebt es zu!

Somit wird auch die Lampe ein Teil des Aquarien-Designs. Eine sehr schöne Entwicklung wie ich finde und wer möchte, kann sich sogar die passenden Schrauben auswählen (Titan, Gold, Schwarz und Natur).

Das Lampe macht so einen enorm edlen Eindruck und hebt sich alleine vom Aussehen her stark von anderen Herstellern ab. Einzig die Passgenauigkeit der Acrylabdeckungen hätte ich mir (für meinen persönlichen Geschmack) etwas genauer vorstellen können, da diese teilweise links und rechts einige Millimeter über den Rahmen herausragen, bzw. dann auf der anderen Seite fehlen.

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Nicht falsch verstehen, denn dies ist sicherlich Jammern auf hohem Niveau. Marco versicherte mir hier aber auf Rückfrage, dass dort in Zukunft noch penibler drauf geachtet wird.

 

cableEin weiteres nettes Detail: Die Kabelführung der Lampe wurde auf die Rückseite gelegt, so dass man die Weißen Kabel direkt hinter dem Aquarium, fast unsichtbar verlegen kann. So wird die Optik nicht durch seitlich, herunterhängende Kabel gestört.

 

Ein Kabel führt zum Netzteil und ein weiteres zum Controller, wobei die Kabellänge enorm großzügig bemessen wurde. Einzig das Kabel selbst wirkt etwas steif.

 

Die Kühlung

IMG_2948Unterhalb der oberen Abdeckung unter einigen Luftschlitzen versteckt sich ein kleiner Lüfter, welcher ab 30° C immer mit dazu geschaltet wird. So haben wir hier eine mehr oder weniger permanente, aktive Kühlung.

Anfangs auch sehr skeptisch, kann ich viele (und mich selbst) beruhigen: Er ist kaum hörbar und gibt kaum mehr als ein leises Summen ab.

Zum Vergleich: eine Ecotech Vortech MP10QD auf voller Stufe ist da deutlich lauter!

Sollte der Lüfter einmal ausfallen, so sieht man dies im Display des Controllers. Zusätzlich greift ein weiterer Schutz ab 60° C, der das Licht immer um jeweils 10% herunter dimmt um die Temperatur unter 60° C halten zu können, damit die LEDs keinen Schaden nehmen.

 

Der Controller

Etwas skeptisch machte mich die kleine schwarze Box, sprich der Controller zum Einstellen der Leuchte.

Er kommt recht klein daher und wirkt sehr unscheinbar. Doch der erste Eindruck täuscht, denn das kleine Teilchen wartet mit einem gestochen scharfen OLED Display auf. Dadurch ist es in allen Situationen sehr gut ablesbar.

Durch einen kleinen Mini-Joystick lässt sich schnell, einfach und erschreckend intuitiv durch das Menü navigieren und dieses je nach Anbringung sogar um 180 Grad drehen. Was extrem simpel klingt, funktioniert erstaunlich gut und zuverlässig. 

Eine WLAN oder Bluetooth Steuerung via App gibt es nicht. Darauf wurde laut Marco auch explizit verzichtet.
Denn zum einen ist die Steuerung via Controller wirklich simpel und zum anderen stellt man seine Lampe in der Regel sowieso nur einmal ein, danach wird solch eine App kaum mehr genutzt.

Eine Tatsache, die ich durchaus so bestätigen kann und darauf zielt diese Lampe ja auch ab… Einstecken, Datum und Uhrzeit einstellen und fertig!

Wer möchte kann dann noch die Mondphasen-Simulation beeinflussen, oder Änderungen am voreingestellten Programm vornehmen.

Was ich mir in der Anleitung noch gewünscht hätte, wären Hinweise auf die verschiedenen Modi in den einzelnen Menüs, sowie ein Hinweis auf das versteckte Feature:

„Auf Werkseinstellung zurücksetzen“
Dabei den Joystick-Button bei ausgesteckter Lampe gedrückt halten und den Strom-Stecker wieder einstecken, kurz weiter gedrückt halten und loslassen.

 
Das Licht

Kommen wir zum wichtigsten Punkt: das Licht. Schließlich soll eine Beleuchtung nicht nur gut aussehen, sondern auch etwas leisten!

wescape_cs_webNach dem ersten Einschalten fällt direkt auf, dass hier eine sehr ausgewogene Lichtmischung gewählt wurde. Das Licht empfinde ich als sehr natürlich, nicht zu blau, nicht zu weiß und auch die Blauphase wurde mit Bedacht auf ein schnelles Herauf- bzw. Herabdimmen innerhalb einer halben Stunde begrenzt.

Gerne zitiere ich hier den O-Ton der Freundin: „Das Licht sieht aber schön aus. So haben Deine Korallen sonst erst immer Abends ausgesehen.“ Dieser Satz viel zur Mittagsstunde und trifft es eigentlich exakt auf den Punkt. Wenn auch nicht mit wissenschaftlichen Thesen und Messungen fundiert.

Da ich das Spektrum selbst nicht bewerten kann und möchte, berichte ich von den Auffälligkeiten an meinen Korallen und den damit verbundenen Nebeneffekten. Alternativ, schaut einmal >hier< vorbei, dort wurde die ältere Version der Platine vermessen.

Ich selbst möchte nicht lange an einer Lichtmischung feilen, bis ein Licht gefunden ist was mir optisch zusagt, aber den Korallen dann zwangsläufig nicht so wirklich, oder? Für mich muss eine LED eingeschaltet werden und funktionieren. Meiner persönlichen Meinung nach sehen das auch viele Kunden so. Denn warum wohl werden T5 Lampen immer noch hochgelobt und als das Optimum abgesehen? Nur des Spektrum wegen? Sicherlich! Aber auch, weil es einfach ist und ohne große Spielereien funktioniert.

Auf genau dies zielt die nextone ab. Einschalten und glücklich sein. Denn diese bringt ab Werk schon das bestmögliche Spektrum (laut Marco) mit, welches mehrfach durch Messungen verfeinert und justiert wurde, nicht nur durch eigene Messungen, sondern auch durch unabhängige Messungen Dritter.

Und für all diejenigen die trotzdem etwas ändern möchten, so ist dies immer noch am Controller für die einzelnen Kanäle möglich.

Und meine Herren, wirkt die Lampe hell! Schon alleine durch das Wegfallen einiger Schattenbereiche durch die große Ausleuchtung strahlt das Becken förmlich.

Ich würde es fast mit der Ausleuchtung einer ADA Aquasky 602 vergleichen, für Nutzer denen dieser Vergleich etwas sagen sollte.

Einzig mit der Intensität sollte man aufpassen. Hier kommt extrem viel Licht an, sodass auch ich für mein Testbecken die Lampe auf ca. 50% begrenzen musste. Dabei wurden alle Kanäle gleichmässig (auf Anraten) reduziert.

 

Woher weiß ich nun ob das Licht funktioniert?! Ist es gut für die Tiere? Gut für die Haltung von SPS?

Nun, durchaus ist der Zeitraum um solch eine Aussage treffen zu können zu kurz, daher kann ich nur von den Dingen berichten, welche ich bereits in dieser kurzen Zeit bemerkt habe.

Denn nach einer kurzen Eingewöhnungsphase durch den Lichtwechsel (kein Ausstoßen von Zooxanthellen) stehen alle Tiere mittlerweile sehr gut dar und zeigen auffällige Wachstumsspitzen oder neue Polypen.

                      

Was aber besonders aufgefallen ist,- und dies bereits nach den ersten zwei Wochen der Nutzung- ist die Farbzeichnung an fast allen Tieren hat sich enorm verbessert.

Ein weiterer nicht ganz unwichtiger Punkt für viele: Nach dem Wechsel auf die nextone hat sich der Verbrauch meines Versorgungssystems (ATI Essentials) verdreifacht! So hat sich dementsprechend der Verbrauch drastisch erhöht, zusammen mit Jod, welches ich nun auch täglich zugeben muss.

Gleiches gilt für NO3! Hatte ich zuvor mit leicht erhöhten Nitratwerten zu kämpfen, wurde mir dies nun förmlich aus dem Aquarium gesaugt und ich muss so durch zusätzliches Hinzufügen einer Nitrat Limitierung vorbeugen.

Wenn das nicht für ein starkes Wachstum spricht, was denn dann?

nextonehanging

Um die beste Ausleuchtung gewährleisten zu können, muss die LED im Vergleich zu anderen Lampen recht niedrig über der Wasseroberfläche angebracht werden, der Hersteller empfiehlt hier ca. 5-8 cm über Wasserspiegel. Behaltet das im Hinterkopf, denn das Arbeiten am und im Aquarium wird dadurch durchaus erschwert.

 

Der Preis

Das LEDs in der Anschaffung teurer sind als herkömmliche Lampen, ist kein Geheimnis und auch nicht anders bei der nextone.

Die Preise staffeln sich wie folgt für die einzelnen Modelle:

next one – twentyfive – 45 x 25cm – € 679,-
next one – fifty – 50 x 45cm – € 979,-
next one – eighty – 85 x 25cm – € 979,-

Sicherlich kein Pappenstiel, aber im Vergleich zu aktuellen High-End Konkurrenzprodukten immer noch günstig (siehe Triton LANI oder Orphek Atlantis).

 

Fazit

Diese Onescape nextone macht optisch in Punkto Design, Licht und auch Bedienung so viel her, da möchte ich persönlich gar nicht mehrzu etwas anderem wechseln.

Hier wurde sich viel Zeit genommen ein Produkt zu entwickeln, welches dem Nutzer viele kritische Entscheidungen abnimmt und versucht out-of-the-box die beste Erfahrung zu vermitteln. Was durchaus, extrem simpel (in positivem Sinne) gelingt.

Zugegeben, an einigen Stellen ist durchaus noch Verbesserungspotential, aber schon alleine die Kommunikation und Zustimmung durch den Hersteller, machen diese Produkt aus deutschen Landen so extrem charmant. Da bin ich mir sicher das sich die Kritik zu Herzen genommen wird.

Wer ein perfekt funktionierendes und durchdachtes Produkt, mit tollem, individuellem Design nutzen möchte, durch die momentan noch fehlende Beckenhalterung und den Preis nicht abgeschreckt wird, dem kann ich aktuell mit bestem Gewissen nur zur Onescape nextone raten.

Hier stimmt einfach das Gesamtkonzept einer High-end LED!

Allen anderen kann ich nur sagen:
Schaut euch die Lampe, respektive das Licht einfach einmal live an.

Wie immer werde ich auch in Zukunft kleine Updates geben, um Langzeiterfahrungen mit euch auszutauschen.

 

Bis dahin, stay salty!  😉 
Euer Christian -Team WeScape

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