Mit Konzept zum erfolgreichen Riffaquarium

Mit Konzept zum erfolgreichen Riffaquarium

Ob fasziniert durch einen Tauchurlaub am Äquator, begeistert durch die Filme um Nemo und Dori oder einen Besuch in einem Zoofachgeschäft, viele Wege führen zum Wunsch ein Riffaquarium sein eigen zu nennen. Der schlimmste Fehler, den man im Vorfeld jedoch machen kann, ist es kopflos an die Sache heran zu gehen und unüberlegt zu handeln. Möchtet Ihr über einen längeren Zeitraum ein faszinierendes Riffaquarium führen, ist nichts wichtiger als eine intensive Vorbereitung und vielleicht die Unterstützung eines erfolgreichen Meerwasseraquarianers.

Was möchtet Ihr eigentlich pflegen?

Der Begriff Pflege erscheint manchem vielleicht eigenartig im Bezug auf ein schönes buntes Riff im Wohnzimmer, doch seid euch bewusst dass die meisten der im Handel zu erwerbenden Tiere aus der Natur entnommen worden sind und daher unsere bestmögliche Pflege verdienen.

Auswahl des Gestein

Die Steine für den Aufbau sind schnell gefunden.

Ob Fisch oder Koralle, jeder zukünftige Bewohner hat seine ganz eigenen Bedürfnisse und diese solltet ihr selbstverständlich berücksichtigen. Damit ihr dies könnt, müsst ihr sie natürlich kennen.

Damit das zu erwerbende Wissen nicht unendlich wird, kann ich euch nur den Tipp geben, ganz am Anfang zu klären, welche Tiere ihr überhaupt pflegen möchtet.

Dies gibt kurz gesagt vor, welche Ausstattung ihr wählen solltet und wie tief ihr im Vorfeld in die Materie Meerwasseraquaristik einsteigen müsst.

Die Sache mit dem Budget

Seid euch im Klaren darüber, dass die Meeresaquaristik nicht das günstigste Hobby der Welt ist.

Aufbau

Manchmal braucht es Zeit bis man mit dem Aufbau zufrieden ist.

Nicht nur die Anschaffung der nötigen Technik und der Einrichtung vernichten den einen oder anderen hart verdienten Euro, auch die Folgekosten dürfen nicht unterschätzt werden. Stellt, bitte erst nachdem ihr euch hinreichend informiert habt, eine Liste mit der benötigten Technik zusammen, um eure Idee vom Riff zu verwirklichen.

Schaut euch den Stromverbrauch der einzelnen Gerätschaften an und macht auch hier eine Liste über den zu erwartenden monatlichen Stromverbrauch. Kalkuliert wie viel Geld ihr im Monat bereit seid, für Wasserpflege und Tiererwerb zu investieren und rechnet alles zusammen. Genau, ganz schön teuer.

Mein Tipp an dieser Stelle, plant lieber eine Nummer kleiner, als an der Ausstattung zu sparen, auch wenn dann nicht jeder Traum zu realisieren ist. Glaubt mir, in der Meerwasseraquaristik gibt es Unmengen schöner und interessanter Alternativen.

Verlässliche Quellen

Foren und Social-Media-Plattformen sollten nicht die erste Wahl für die Informationsbeschaffung sein. Zu groß ist die Gefahr, sich von falschen Propheten beeinflussen zu lassen.

Der richtige Platz

Passt perfekt.

Über die Bedürfnisse der verschiedenen Tiere könnt ihr euch ganz gut bei meerwasser-lexikon.de informieren. Einen guten Überblick über die Wasserchemie gibt euch das Buch “Ratgeber Meerwasserchemie“ von Armin Glaser. Übergreifende Themen werden euch von diversen Internetplattformen geboten; hierzu zählen natürlich auch wir von weScape. Leider kenne ich keine zentrale und neutrale Plattform, die euch über die Gesamtheit der technischen Ausstattung Informiert.

In diesem Bereich gibt es zudem zu viele schwarze Schafe, die sich mit Fachwissen brüsten, dieses jedoch nicht ansatzweise haben.

Hier mein Tipp: Sucht im Internet nach ausgezeichneten Aquarien und schaut euch die technische Ausstattung dieser Becken an. Vielleicht gibt es ja Parallelen 😉

Die zentralen Pfeiler eines jeden Meerwasseraquariums

Die meisten Korallen leben in Symbiose mit Zooxanthellen. Diese oftmals als Algen bezeichneten Protisten betreiben Photosynthese und ernähren Ihren Wirt, die Koralle, über durch die Ausnutzung der Lichtenergie gebildeten Nährstoffe und Stoffwechselintermediate. Eine gute Aquarienbeleuchtung ist daher für die Pflege der meisten Korallen Grundvoraussetzung. Neben dem richtigen Lichtspektrum und einer ausreichenden Lichtintensität, sollte auch die Lichtverteilung als zentrales Kriterium für die Wahl der richtigen Lampe berücksichtigt werden. Am Besten eignen sich flächige Beleuchtungskonzepte, Spotstrahler eignen sich hingegen weniger gut.

Wasser marsch

Bald können die ersten Korallen einziehen.

Die meisten Korallen können sich nicht fortbewegen und sind daher auf die Strömung als Lieferant von Nähr- und Baustoffen angewiesen.

Eine gute Wasserumwälzung, wie sie spezielle Strömungspumpen erzeugen, ist ebenfalls eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Pflege von Korallen.

Am Besten verwendet ihr mehrere kleine Strömungspumpen für die Wasserumwälzung. So vermeidet ihr das Risiko von strömungsarmen Zonen. Durch das An- und Abschalten einzelner Pumpen können zudem abwechslungsreiche Strömungsszenarien realisiert werden.

Korallen benötigen eine sehr gute und stabile Wasserqualität. Schwankungen in der Salinität (Dichte), dem KH-Wert und der Temperatur werden nicht besonders gut vertragen und können zum Korallenverlust führen. Das zuvor genannte Buch von Armin Glaser gibt euch einen Überblick über die wichtigsten Werte. Moderne Versorgungssysteme helfen euch beim Ausgleich verbrauchter Stoffe.

Eng mit der Wasserqualität verbunden ist natürlich die Filterung. Für den Meerwasserneuling ist hier besonders der Eiweißabschäumer hervorzuheben. Dieser bewerkstelligt den größten Teil des Nährstoffexports. Er sollte leicht überdimensioniert sein, in der Leistung jedoch regulierbar. So könnt ihr auf wechselnde Nährstoffbelastungen optimal eingehen.

Nährstoffe ermöglichen den Aufbau von Biomasse und liefern Energie. In einem Riffaquarium sollten die Nährstoffe jedoch begrenzt sein, dennoch nicht limitiert. Das bedeutet grob vereinfacht gesagt einen Nitratwert von 1-5mg/l und einen PO4-Wert von 0,015 bis 0,05 mg/l zu halten. Hierbei hilft der bereits erwähnte, regulierbare Eiweißabschäumer erheblich. Gelegentliche Planktongaben können zudem die Vitalität der Korallen deutlich verbessern.

Die Fertigstellung des Konzeptes

An diesem Punkt sollten die Aquariengröße und dessen technische Ausstattung bekannt sein. Ihr solltet wissen, welche Tiere ihr halten wollt und welches deren Bedürfnisse sind. Das Versorgungssystem und seine Eigenarten sollten im Grunde verstanden sein. 

Endlich fertig

Endlich ist es geschafft.

Nun gilt es das Layout der Aquariendekoration zu gestalten. Um einen gut funktionierenden Steinaufbau zu verwirklichen, muss einige Zeit in dessen Planung investiert werden. Überlegt euch, wo ihr welche Koralle hinsetzen möchtet. Berücksichtigt ihre zu erwartenden Abmessungen in Höhe, Breite und Tiefe. Plant Platz zu Nachbarkorallen ein. Googelt nach Kampftentakeln, dann versteht ihr, was ich meine. Berücksichtigt bei der Platzwahl der Korallen ihre Ansprüche an das Licht. Manche Tiere leben lieber im Schatten, während wieder andere in der prallen Sonne stehen möchten. Schafft Versteckmöglichkeiten für Fische, Garnelen und co. Plant wie ihr den Großteil der Technik hinter der Dekoration verstecken könnt, lasst jedoch auch genug Platz um diese herum, damit ihr sie für Wartungsarbeiten entnehmen könnt.

Meiner Meinung nach sollte der Aufbau zudem luftig gestaltet werden, damit die Strömung nicht zu sehr ausgebremst wird und die Korallen von möglichst vielen Seiten mit frischem Wasser versorgt werden können.

Fazit

Vor dem Start in die Meeresaquaristik solltet ihr euch gut informieren. Nutzt euer gesammeltes Wissen, um euer eigenes Konzept zu erstellen. Dies sollte mindestens die Aquariengröße, Ausstattung, Gestaltung, den Besatz, sowie die angestrebte Versorgung beinhalten. Je durchdachter das Konzept ist, desto weniger Ärger werdet ihr mit eurem Projekt Meerwasseraquarium haben.

Ich wünsche euch viel Erfolg und Spaß mit eurem neuen Projekt,

Ben, Autor Team weScape

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