JBL Artemio – Lebendfutter selber züchten…

JBL Artemio – Lebendfutter selber züchten…

Vorwort

Aktuell halten viele kleinere Zierfische, z.B. Boraras Arten, wieder vermehrt Einzug in unsere Aqauarien. Mitunter durch den  „Nano-Aquarien” Trend, aber auch in den schön arrangierten Aquascape Aquarien, in denen diese Winzlinge noch mehr Tiefe erzeugen können. Für die Parosphromenus Halter, zu denen ich mich zähle, ist Lebendfutter unabdingbar. Neben den Selbstbau „Flaschenset´s”  bietet JBL die Artemio Reihe an. Ich selbst nutze seit langer Zeit das JBL ArtemioSet

Was sind Artemia?

Artemia salina ist eine kleine Krebsart, die in Salzseen (Salinen) lebt. Daher der oft gebrauchte Name „Salinenkrebs“. Wer kennt nicht noch das Yps-Heft mit den Urzeitkrebsen 😉 ? Aber was macht diese filtrierend, von Algen ernährende Art so interessant? Es sind die Eier – oder viel mehr die mehrzelligen Zysten. Sie können in trockener, sauerstoffreicher Umgebung mehrere Jahre überdauern. Durch das einlegen in salziges Wasser schlüpfen die Artemia-Nauplien, je nach Temperatur, innerhalb von 12 -48 Stunden. Die kleinen Nauplien besitzen einen hohen Nährwert und stellen somit ein optimales Futter für kleine Zierfische dar. Vor allem zur Aufzucht von Fischbrut eignen sich die Naupien hervorragend.

Artemia kultivieren

Die trockenen Artemia Eier werden in Salzwasser gegeben und belüftet. Meist schlüpfen die Nauplien nach 12 – 48 Stunden. Bei einer Wassertemperatur von 22°C dauert es ca 24Stunden. Falls ihr sicher gehen wollt, ob die kleinen schon geschlüpft sind, leuchtet doch mal mit einer Taschenlampe in den Brutbehälter. Hier sollten sich die kleinen orangefarbenen Naupien durch ihr herumwuseln bemerkbar machen. Für einen Ansatz in 0,5l benötigt ihr etwa 10 – 15 g Salz. Bitte benutzt kein jodhaltiges Salz! Meersalz, spezielles Salinensalz oder JBL ArtemioSal führt hier zum sicheren Erfolg. JBL ArtemioSal enthält zusätzlich noch Phytoplankton (Mikroalgen) zur Ernährung der Artemia-Nauplien nach Aufzehrung des Dottersacks. Bei guter Qualität erhält man bei 1g Artemia Eier ca. 150.000 Naupien. Ich streue häufig so viele Eier in den Brutbehälter, bis das Salz leicht bedeckt ist und man es so gut wie nicht mehr sieht (Vorsicht, nicht überdosieren!). Die besten Erfahrungen habe ich mit den Eiern vom Aquarium Geschäft meines Vertrauens gemacht. Dort bekomme ich oft eine kleine Portion aus der 1l Dose. Aber auch mit JBL ArtemioPur habe ich gute Erfahrungen gemacht. Alternativ gibt es den JBL ArtemioMix, in dem die Eier und das Salz schon fertig gemixt sind. Ich selbst mixe meine Ansätze lieber selber zusammen. Möchte man sich die Naupien groß ziehen, sollten ein paar Nauplien in ein Gefäß mit etwas größerer Oberfläche überführt und mit Flüssigfutter, z.b. JBL ArtemioFluid, gefüttert werden.

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Tipp: Ich lagere die Eier immer im Gemüsefach vom Kühlschrank. Bei mir hat sich so eine deutlich  höhere Schlupfrate bemerkbar gemacht.

JBL Artemio Set

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Das Set beinhaltet je 1x :

  • Trichterförmiger Brutbehälter mit Domdeckel
  • Ständer für Brutbehälter mit Schrauben für Wandmontage 
  • Durchlüfterpumpe
  • Auffangbehälter
  • Artemia-Sieb ( 0,15 mm )
  • 1,8 m Luftschlauch
  • Rückschlagventiel

Das spannende an dem Set ist, dass es mitwachsen kann. Hier bietet JBL mit dem JBL Artemio 1 eine Erweiterung von Brutbehältern an, sodass eine Woche lang für die Jungfisch-Versorgung immer ausreichend Nauplien zur Verfügung stehen. Kommt es bei mir mal zu einem Engpass, gehen meine Parosphromenus Nachzuchten auch gerne an PlanktonPur dran.

Tipp: Probiert es doch mal mit Plankton Pur.

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In der unteren Bilderreihe könnt ihr den Aufbau meiner Artemia Anlage sehen. Angeschlossen sind 2 Brutbehälter die mit einer Durchlüfterpumpe betrieben werden. Dafür wird einfach der Luftauslass der ersten Anlage, mit dem Lufteinlass der zweiten Anlage verbunden. Das Foto links zeigt beim linken Brutbehälter einen fertigen Ansatz Nauplien / im rechten Brutbehälter wird ein neuer angesetzt. Zum separieren der Nauplien wird die Belüftung vorher abgestellt. Sind die Nauplien zu Boden gesunken, können sie über den Auslass im Sieb ( hier 0,15 mm ) aufgefangen werden. Danach schwimmen die leeren Eierschalen an der Oberfläche. Das Foto in der Mitte links zeigt die Anlagen im Betrieb. Nach entnehmen einiger Nauplien habe ich im Foto Mitte rechts eine geringe Menge des Wassers abgelassen (da ich nur einen kleinen Teil der Nauplien zum verfüttern brauchte, hatte ich die Belüftung kurz vorher noch mal für einige Sekunden an). Das Foto rechts zeigt den neuen Ansatz, nach etwa 24 Stunden. Hier hatte ich 2 gestrichene Löffel (der kleine rote Löffel) JBL ArtemioSal und 1 1/2 Löffel  JBL ArtemioPur verwendet.

Tipp: Falls die Luftleistung im Brutbehälter etwas nachlässt, sollte geprüft werden ob das Kunstoffröhrchen im Brutbehälter verschmutzt ist. Die lässt sich leicht mit einer Pinzette beseitigen. Damit kann man die Verschmutzung die meist unten entsteht, heraus kratzen.

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Das Ergebnis von ArtemioPur:

Nur ein paar wenige Eierschalen sind im Sieb gelandet. Eine tolle Ausbeute an Nauplien. Den Fischen hat es geschmeckt!

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JBL Artemio 4

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Das Set beinhaltet :

  • Sieb mit 0,15 mm
  • Sieb mit 0,30 mm
  • Sieb mit 0,60 mm
  • Sieb mit 1,00 mm

Zusätzlich mit in dem Artemio Programm gibt es die Siebe aus dem JBL Artemio 4. Da ich meine Tiere zusätzlich mit Zuckmückenlarven, Wasserflöhen und Moina füttere nutze ich diese gerne zum Abtrennen von Lebendfutter. Hier spüle ich immer vor dem verfüttern das Lebendfutter mit frischem Wasser durch. Aufeinander gestapelt lässt sich das Lebendfutter in verschiedenen Größen abtrennen. So bekommt man z.B. kleinere Wasserflöhe für Fischbrut separiert.

Die Siebe im Gebrauch:

Foto Links 1,00 mm, Foto Mitte 0,60 mm und Foto Rechts 0,30 mm, so bekommt man spielend leicht die Daphnien in verschiedene Größen selektiert.

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Fazit

Wer seinen Fischen was gutes tun möchte setzt auf Lebendfutter. Wenn man eher speziellere Arten hält ist Lebendfutter unabdingbar. Positiv für Scaper – weil das Wasser nicht mit Futterresten belastet wird. Vorausgesetzt auch hier wird in Maßen gefüttert. Mit der Artemio Reihe bietet JBL ein grundsolides System an, welches ich selbst sehr gerne nutze. Hier würde ich aber immer die eigene Mischung von Salz und Artemia Eiern empfehlen. Mit den fertigen Artemia-Salz-Mischungen habe ich nicht ganz so gute Erfahrungen gemacht. Die Schlupfrate fiel deutlich geringer aus. 

4 thoughts on “JBL Artemio – Lebendfutter selber züchten…

  • Hi,

    sehr schöne Seite hier und toller Inhalt. Ich würde mich über ein Thema freuen, was sich mit der Vermeidung von Blaualgen in Wabi Kusa befasst.

    LG Florian

  • Servus,

    wieder mal ein toller Beitrag bei Euch! Ich füttere gerne Lebendfutter, auch für die Bettas. Meine Amandae im 60P fressen sowieso alles 😉 Das werde ich jetzt definitiv mal ausprobieren. Auch der Tipp mit dem Sieben anderen Lebendfutters ist super, gerade bei weißen Mückenlarven nervt mich diese Suppe, in der die schwimmen. Die roten kann man zumindest einigermaßen „auswaschen“ und bekommt sie auch mit der Pinzette einzeln zu fassen. Tolle Sache!

    • Hi Tobias,
      hatte anfangs die weißen Mückenlarven immer durch ein Netz ausgesondert. Aber Mit den Sieben geht es noch besser.
      Schick uns doch mal auf Facebook ein Foto von deinem 60P wenn du magst, würden uns freuen.

      LG das weScape Team

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