Homestory – Zu Besuch bei Michael Scharfenberg

Homestory

Vorwort

Neben den kleinen Prachtguramis (Parosphromenus) begeistern mich vor allem die kleinen Schaumnest bauenden Laubschlupf-Kampffische. 

So stolperte ich schon des Öfteren über den Namen Michael Scharfenberg, mit unter durch die Betta AG. „Die Betta AG ist eine Arbeitsgruppe der Internationalen Gemeinschaft für Labyrinthfische e.V., kurz „IGL“. Die Homepage informiert über die Tagungen der IGL und deren Regional- und Arbeitsgruppen. Im Labyrinthfischwiki finden Sie viele Informationen über die verschiedenen Gattungen und Arten, mit welchen sich die Mitglieder der IGL beschäftigen!“

Schon bei meinem Besuch bei Martin Hallmann erzählte mir Martin von der tollen Aquarienanlage von Michael Scharfenberg, die ich mir unbedingt ansehen sollte!  So galt es, nur noch einen Termin für ein gemeinsames Treffen zu finden.

Zu Besuch bei Michael Scharfenberg mit Martin Hallmann

Ankunft

Am 10.12.2016 machte ich mich also auf den Weg nach Frechen. Etwas früher als Martin kam ich gegen 16:45 Uhr bei Michael an und wurde von Petra und Michael Scharfenberg freundlich empfangen. Auch wenn ich schon das große Aquarium im Wohnzimmer erspäht hatte und ich mich am liebsten davor gesetzt hätte, musste ich mich noch etwas in Geduld üben und es gab vorab einen leckeren, frischen Kaffee, der mit einem Stück Kuchen gereicht wurde.

Kurz darauf trafen auch Martin und Dagmar ein. In geselliger Runde quatschten die Männer dann natürlich über die Aquaristik, die Damen hingegen schauten nach Reisezielen für den geplanten gemeinsamen Urlaub in 2017. Zwischendurch durften wir immer wieder die malerischen Fähigkeiten von Jan, dem Sohn von Michael, bewundern. 

Gegen 18:00 Uhr startet der Tag in Michaels Aquarienanlage im Keller, langsam wurden Martin und ich auch schon etwas hibbelig.  Kurz nach 18:00 Uhr ging es voller Vorfreude nun in die heiligen Hallen von Michael.

Die Aquarienanlage

Als ich den Raum betrat, schaute ich auf eine gefühlt unendliche Wand voller Aquarien. Da hatte mir Martin wirklich nicht zu viel versprochen! Meine Augen wanderten nur von links nach rechts, von oben nach unten und wieder zurück.

Sie wanderten an den kleinen Namensschildern mit dem lateinischen Namen der Fische und dem jeweiligen Fundort, die unter jedem Aquarium an den Regalen klebten vorbei. Ebenso versuchten sie die Bewegungen der Fische in den jeweiligen Aquarien zu erhaschen. Oben in der Anlage standen die Zuchtaquarien, in den unteren Aquarien saßen die Nachzuchten drin. 

Martin ging etwas anders an die Sache ran. Bewaffnet mit einer Taschenlampe (da war sie wieder) wurde Aquarium für Aquarium ausgeleuchtet und die Bettas bestaunt.

Wildbettas

Diese Vorgehensweise erschien mir dann auch schlüssiger, so folgte ich Martin mit dem gezückten Handy. Er leuchte die Aquarien aus und ich konnte ein paar schöne Schnappschüsse von dem einen oder anderen Betta machen.

Nebenbei sprachen die beiden über Flossenformen und teils kleine Unterschiede zwischen den verschiedenen Fundortvarianten. Gespannt hörte ich Michael und Martin bei ihren sehr interessanten Gesprächen zu. 

Zucht

Michael greift auf große 1kg Eimer zurück. Der Aufbau ist recht einfach, in den Eimer wird ein ca. 5cm  großes Loch geschnitten, wodurch der Fisch in den Eimer gelangt. Im Eimer selbst ist noch kleines Filmdöschen befestigt. Durch den außen liegenden Kragen hat der Joghurtbehälter ausreichend Auftrieb, um an der Oberfläche zu bleiben. Hier können die kleinen Betta ihr Schaumnest bauen, welches dann durch Einflüsse von außen geschützt ist.

Auch im Lebensraum der bedrohten Laubkampffische ist durch zunehmende Umweltverschmutzung der ein oder andere Plastikbecher zu finden, der den pfiffigen Betta als Versteck oder wie oben zum Bau eines Schaumnestes dient. 

Die Brut zieht Michael dann in den meisten Fällen gemeinsam mit den Elterntieren zusammen in dem gleichen Aquarium auf.

Betta mandor

Besonderen Spaß hatten wir an den maulbrütenden Betta mandor. Hier saßen die Nachzuchten in einem großen Aquarium. Sehr spannend war es, dem Imponieren der Tiere zuzuschauen, hier zeigten sich die männlichen Tiere in einer tiefblauen, fast schwarz wirkenden Färbung.

 

Schön mit anzusehen, wie friedlich sich die Tiere untereinander in dem Aquarium verhielten – darunter auch einige sehr alte Recken. Nebenan in einem Aquarium saß gesondert ein Paar, welches Michael wieder zur Zucht angesetzt hat.

Lebendfutter

Auch für das Leibliche Wohl der Tiere hält Michael eine große Anzahl an Leckereien bereit. Während wir vor den Aquarien herumschlichen, machte sich Michael an das füttern der Tiere.

Neben Mikrowürmchen, Grindal, Essigälchen, Springschwänzen und weiteren Leckereien an Lebendfutter war das Highlight, dass Michael einen Zuchtansatz mit Fruchtfliegen öffnete.

Hmmmm….lecker! Naja, zumindest meinte ich, das von den Betta vernommen zu haben 😉 .

Durch leichtes Klopfen auf den Ansatz wurden nun von Michael einige Fliegen auf die Wasseroberfläche der einzelnen Aquarien verteilt. 

Die Fische hatten sichtlich ihre Freude beim geschickten Erbeuten dieser leckeren Mahlzeit. Ein gutes Stichwort, denn auch für uns wurde es langsam …

Zeit für eine Stärkung!

Für 20:00 Uhr hatte Michael einen Tisch in der Pizzeria Marco Polo, in Frechen-Bachem reserviert. Zu uns stieß kurz vor der Abfahrt noch ein weiterer Gast dazu, gegen 19:30 Uhr kam Bernd von Schwartzenberg zu unserer Runde dazu und wir konnten uns auf den Weg zur Pizzeria machen.

Während wir auf unser Essen warteten, nutzten wir die Zeit für weitere intensive Gespräche über die Aquaristik. Schon spannend, was hier für unterschiedliches Wissen an einem Tisch versammelt war! Auch mein Gespräch mit Bernd genoss ich sehr. So plante ich schon einen baldigen Besuch, um mir mal Bernds Aquariumanlage anzuschauen.

Nach dem Essen schaute dann unser Mr. Blacksee/Osman Aydin vorbei. Freundlicherweise hatte Martin Hallmann Osman ein paar Paare Parosphromenus phoenicurus mitgebracht, worüber er sich natürlich riesig freute! Gegen 22:00 Uhr machten wir uns dann wieder auf den Weg zurück.

Zurück im Keller 

Neben dem Erfahrungsaustausch sind solche Treffen auch immer wieder gute Gelegenheiten, um auch Fische und Pflanzen zu tauschen. So brachte mir Martin zwei Paare Parospromenus filamentosus und einige Paare Betta albimarginata für Sebastian Kuikstra mit. Auch Bernd hatte einige Pflanzen für Martin dabei, bekam ein Paar Betta albimarginata und nahm ein Betta burgidala Weibchen für einen Bekannten mit.

Von Michael Scharfenberg bekam ich ein Pärchen Betta miniopinna. Hier besonders interessant: Michael notiert sich in einer Liste, welche Tiere er an welche Personen abgibt, was sicher in unserer kleinen Welt von Haltern dieser Tiere sehr viel Sinn ergibt. Falls mal tatsächlich ein eigener Stamm an Tieren verloren gehen sollte, gibt es so die Möglichkeit, eventuell wieder an Nachzuchten heranzukommen.

Martin begeisterte sich besonders für die Betta coccina, die optisch sehr viel von einem Betta livida hatten (Bild Links & Mitte) und Michael schon vor etwas längerer Zeit von Bernd bekommen hatte und meldete sich erneut für einige Paare aus der Nachzucht an. Ihr seht, so schließt sich schnell der Kreis.

Schlusswort

Ich erlebte ein spanendes und informatives Wochenende. Besonders schön war es, die vielen verschiedenen Wildformen in Michael Scharfenbergs kleiner Unterwasserwelt zu entdecken und die Möglichkeit, noch etwas tiefer in die Welt der Betta eintauchen zu können. Der krönende Abschluss war dann am Sonntag der Besuch von Martin Hallmann in meiner NA Gallery in Düsseldorf.

Kim-David, Team weScape

 

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