Homestory – Zu Besuch bei Martin Hallmann

Homestory

Vorwort

IMG_8403Lange begleitete mich das Prachtgurami Buch im Zug auf meinen täglichen Weg zur Arbeit. Immer wieder blätterte ich in dem tollen Werk. Wie war das nochmal mit der Keimbelastung des Wassers oder  wo war das tolle Foto mit dem Parosphromenus nagyi? 

Es erleichterte mir meinen Einstig in die Paroaquaristik sehr. Mit einer der Autoren war Martin Hallmann. Umso mehr freute ich mich auch über die angenommene Freundschaftsanfrage auf Facebook. Kurz darauf erhielt ich eine Nachricht “ Hi, wie ich deiner Seite entnehme, bist du Scaper mit Labyrinthfischschwerpunkt. Sehr toll. Du hast mehrere Paros und Betta? Grüße und lass uns mal in Verbindung bleiben.“

So schrieben wir uns recht regelmäßig und natürlich war das Thema Fische, Fische, Fische… Das war Anfang des Jahres, stolz konnte ich von meinen Zuchterfolgen in meinen (Paroscapes), wie zum Beispiel Borneo „Selamat Datang“ berichten und erläuterte ihm meine etwas andere Herangehensweise. So blieben wir in Kontakt und ein erster Gastbeitrag von Martin Hallmann wurde auf weScape veröffentlicht.

Zu Besuch bei Martin Hallman

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B. persephone Foto © M. Hallmann

Was es einem Scaper bedeutet, den EINEN schönen gut strukturierten, letzten fehlenden Stein für das Layout gefunden zu haben, bedeutet mir (durch Zufall eine schöne, leider auch stark gefährdete Art) an die Kampffisch-Art Betta persephone gekommen zu sein.

Im diesem Fall waren es Nachzuchten von der in der IGL erhaltenen Form aus Ayer Hitam, die ich von Lena B. bekommen hatte. Da Martin zur Zeit einen höheren Anteil junger männlicher Tiere besitzt und es bei mir mehr Weibchen waren, machte ich mich am 07.08.2016 auf den Weg, um ihn zu besuchen, mit dabei sechs Jungtiere.

Ankunft

Gegen 17:45 Uhr traf ich bei Martin ein und wurde freundlich empfangen. Nachdem wir die Tiere ins Haus getragen hatten, saßen wir vor seinem Teich und ich lernte seine Frau und Tochter kennen. Gemeinsam genossen wir noch etwas die Nachmittagssonne.

Mittags zuvor hatte ich noch einen Kundentermin gehabt, so tat die kleine Pause nach der längeren Fahrt ganz gut.

Natürlich ging es in unseren Gesprächen in erster Linie um Aquarien und Labyrinther. So erzählte ich Martin zum Beispiel wie ich zu den Aquarien gekommen bin und was Aquascaping ist. Ich erfuhr von ihm vieles über die IGL (Internationale Gemeinschaft für Labyrinthische) und vor allem über Labyrinthfische. Ganz spannend fand ich zudem, wie er mir über Sphaerichthys osphromenoides und seine Zuchterfolge berichtete. Freudig konnte ich ihm berichten, dass ich derzeit alle vier Sphaerichthys-Arten bei mir zu Hause pflegeNatürlich war ich riesig auf seine Aquarienanlage gespannt, so spannte er mich nicht weiter auf die Folter und es ging in die heiligen Hallen.

Die Aquarienanlage

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Ausgeruht von der Hinfahrt ging es nun freudig zu den Tieren von Martin. Wie ein kleiner Junge im Spielzeuggeschäft stand ich mit großen Augen vor den Aquarien.

Für mich bot sich ein toller Anblick an wunderschönen und gesunden Tieren, die ich zum Teil zum ersten Mal live sah und sonst nur aus Büchern kannte.

Etwas schmunzeln musste ich, als Martin die Taschenlampe zückte, und für mich in die Aquarien leuchtete. Jaja die Taschenlampen Aquarianer 😉 .

Schnell war das Handy gezückt und ein paar Bilder geschossen. Was Martin immer wieder positiv aufgefallen war, war die sehr gute Qualität meiner Fotos, die ich ihm zuvor per Messenger geschickt hatte. Für ihn verblüffend war die Tatsache, dass ich diese nur mit meinem Handy bewerkstelligte.

Jetzt konnte ich ihm sozusagen am Objekt zeigen, worin mein Trick lag. Mit dem Auflegen des Handys auf die Aquarienscheibe und mit etwas Abstand des Fisches zur Scheibe kann man auch ganz nette Fotos ohne störende Reflexionen von den Tieren machen. Besonders da die Parosphromenus nicht die ganze Zeit wie wild durch das Aquarium zischen. Ich benutze auch kein Blitzlicht, hier leistet meine LED Beleuchtung meist ganze Arbeit. Damit er es mal selbst ausprobieren kann hatte ich für Martin eine Flexi-Mini LED als Überraschung mitgebracht.

Ein Parosphromenus pavulus Männchen war an dem Tag der erste, der sich für ein paar Fotos sich ganz nett präsentierte. Es war mir eine besondere Ehre, diese kleinen zarten Schlankprachtgurami erstmalig live zu sehen und ablichten zu können. Dazu gesellten sich noch weitere Arten, die ich nur von Fotos kannte. Wenige andere Fischarten schaffen es dermaßen mich immer wieder aufs Neue so zu faszinieren. Die kleinen Parosphromenus pavulus haben es mir angetan.

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Lebendfutter

Besonders interessant waren die Futterzuchten, die mir Martin zeigte und vieles darüber erzählte. Gespannt hörte ich zu und versuchte, das ganze Wissen, das er mitteilte, aufzusaugen. Er zeigte mir direkt, wie das Lebendfutter verarbeitet und verfüttert wird. Den Tieren scheint es in jedem Fall zu schmecken, wie man auf den Fotos an den gut gefüllten Bäuchen sieht. Die Aufnahmen entstanden während und nach der Fütterung. Ich selbst arbeite bis dato nur mit Artemia-Zysten und kaufe den Rest meines Lebendfutter dazu. Dank Martin bin ich jetzt stolzer Besitzer eines Grindal und Microwürmchen Ansatzes 😉 . Nochmals Danke an dieser Stelle.

Fischer und Kescher

Spannend waren auch die Geschichten über das Fischen von den Tieren. So fing Martin viele der Tiere selbst auf seinen Reisen zu den Paro- und Betta-Lebensräumen, die leider durch den Anbau von Palmölplantagen immer vollständiger zerstört werden. Fischer und Kescher müssen schon etwas aushalten, wenn man Betta oder Paros zwischen Gestrüpp und Gräsern fischt, erklärte er mir. Und man muss rein ins Wasser! Nun vermehren sich viele dieser Tiere in seiner Aquarienanlage und tragen so auch zur Arterhaltung bei. Unten konnte ich ein paar Schnappschüsse von ein paar Betta Arten von ihm machen. Links Betta brownorum, in der Mitte Betta uberis und rechts zwei alte Betta hendra

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Generell hatte Martin hier und da ein älteres Semester von der ein oder anderen Art rumschwimmen. So staunte ich nicht schlecht, einen Parosphromenus pahuensis-Methusalem zu sehen. In jedem Aquarium entdeckte ich immer wieder aufs Neue faszinierende Tiere. Hier ein Pärchen Betta imbellis, dort ein Schwarm Rasboras maculata, hier Parosphromenus allani usw…Ich hätte wohl Tage in dem Raum verbringen können, doch langsam machte sich etwas Hunger breit.

Zeit für eine Stärkung

Auch für gutes Essen hatte Martin gesorgt. Doch bevor der Grill angeschmissen wurde und die gute Odenwälder Wurst gekostet werden konnte, erfüllte Martin mir noch einen großen Wunsch und schrieb mir eine Widmung in mein Buch – Prachtguramis.  Hier ein weiteres tolles Foto das Martin mit seiner Kamera aufgenommen hat.  

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B. albimarginata Foto © M. Hallmann

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Martin Hallmann

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www.parobuch.de

 

 

 

 

 

 

 

Für mich war eigentlich schon der Tag perfekt. Aber wir wollten ja noch den Geschlechtern der Betta persehpone schauen die ich für ihn mitgebracht hatte. Dazu später mehr.

Torfkanone

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Gut gesättigt ging es zurück in den Aquarienraum. Hier erklärte mir Martin noch einiges über seine Umkehrosmoseanlage und die Torfkanone. Das Bild kannte ich bereits aus dem Parobuch. Das ganze jetzt in Echt zu sehen, war schon sehr beeindruckend. Das Besondere war die Druckerhöhungspumpe, die natürlich deutlich mehr Reinstwasser als meine kleine Anlage, die ich zuhause beitreibe, in kürzester Zeit produziert. Hier schießt das Osmosewasser fast nur so heraus. Besonders interessierte mich aber die Torfkanone, da ich solch eine Kanone das erste Mal in Betrieb zu sehen bekam. Auch dort nahm sich Martin die Zeit, mir seinen Aufbau ganz ausführlich zu erklären.

Fischtausch

Tatsächlich schien es so, als würde ich bei den Betta persephone richtig liegen: Es sollten kleine Mädels sein. Wir klatschen uns ab und ich freue mich sehr darüber, ihn bei seiner weiteren Zucht unterstützen zu können. 

Wir hatten vorher abgemacht, dass ich ein paar Betta albimarginata Männchen bekommen sollte, von denen Martin beeindruckende Menge besitzt, wovon ich nun unter anderem einem Freund und neuen Autor von weScape einige mitbringen konnte (wir hatten wir beide einen Überschuss an Weibchen).

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Etwas sprachlos war ich fast als mir Martin mir noch einen Schwung kleiner Parosphromenus quindecim-Jungtiere anbot. Etwas zögerlich aber gerne nahm ich an, da ich schon länger mit diesen etwas größer werdenden Paros geliebäugelt hatte.

Er setzte noch einen drauf und gab mir zwei Pärchen Betta hendra mit. Erst während der Fahrt nach Hause konnte ich diese nette Geste fassen. Hatte ich mich auch genügend dafür bedankt? Falls nicht, nochmal an dieser Stelle –  vielen vielen Dank für die tollen Tiere!

Zum Abschied

Auch solch ein tolles Treffen geht irgendwann dem Ende zu, satt vom Essen, den Kopf voller neuer Informationen und die Tiere die warteten darauf, bei mir ein neues Zuhause zu finden. So ließen wir den Abend mit einer Live Aufnahme von Miles Davis – Time after Time vor einer grandiosen Anlage ausklingen. Es geht doch nichts über zwei gute Stereo Boxen. Danach machte ich mich mit vielen tollen Eindrücken auf den Weg.

Schlusswort

Was für ein informativer Tag, wie ich hoffe für beide Seiten. Wieder lernte ich durch die Aquaristik einen großartigen Menschen kennen. Es war mir eine große Ehre und ich freue mich jetzt schon auf Deinen Besuch. Danke für das viele Wissen, das du an dem Tag mit mir geteilt hast. Ich hoffe, ich konnte dir auch ein paar interessante Anregungen mit meiner Haltung der Tiere geben und einen kleinen Einblick in die Welt der Natur-Aquarien verschaffen.

Mit diesem Beitrag hoffe ich euch ein wenig die Eindrücke und den Spaß den ich hatte, ein wenig vermitteln zu können. Für mich wird dieser Tag ein ganz besonderes Erlebnis bleiben. 

Ob nun Natur Aquarianer, Scaper, Biotopaquarist, Garnelenzüchter oder Labyrinthfischfan: Für mich ist es eins der schönsten Hobbys auf der Welt, durch das man immer wieder tolle, gleichgesinnte Menschen kennenlernt. 

Aquaristik verbindet!

Kim-David, Team weScape

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