ENAC 2016 – „Hidden Wood“ Platz 6

ENAC 2016 – „Hidden Wood“

Am 09.-10.04.16 fand während der Hamburger Vivaristik Tage erstmalig der ENAC statt.
Im folgenden Beitrag stellt „der Profi“ sein Scape vor. Für ihn war es nicht der erste und letzte Wettbewerb.

Und so stand es dann in Hamburg:

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ENAC 2016 – Hidden Wood Platz 6

Inspiration

Meine Inspiration zog ich aus einem Aquarium welches schon in Betrieb war und neu gestaltet werden sollte. Eine Vorlage aus der Natur hatte ich nur indirekt. Ich orientierte mich an einem kleinen Flusslauf. 

Gestaltung

Der Unterbau von meinem Scape besteht aus JBL Vulcano und größeren Bruchstücken Seegebirge, um dem gesamten Aufbau mehr Stabilität zu verleihen. Für die Bäume nutzte ich Amtra Moorwood. Für die feinen Verwurzelungen wurden sehr dünne Stücke Rote Moorwurzel verwendet. Die Baumkronen habe ich aus sogenannten Mini-Bäumchen gefertigt. Die sichtbaren Steine sind ebenfalls Seegebirgs-Bruchstücke, diese wurden im Steintuning Verfahren von den unschönen, geraden Kanten befreit. 

Zuerst wurde der Unterbau gesetzt, immer wieder mussten Steine herausgenommen werden. Hier war es wichtig die Steine zu wählen, die mit den Wurzeln kompatibel sind und zwar so, dass es so aussieht als würden die Wurzeln der Bäume um die Steine wachsen. Als das Arrangement gefunden war, wurden die beiden Hauptwurzeln wieder entnommen und mit Moos umwickelt.

Wichtig war hierbei mit den größeren Wurzeln im Vordergrund zu beginnen und nach hinten immer kleiner zu werden damit wir eine bessere Tiefenwirkung bekommen.

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Hier sieht man die ersten vier Wurzeln.

Auf dem Bild ist auch zu sehen, dass der Sand, welcher den Flusslauf imitiert, noch nicht eingefüllt wurde. Dieser Schritt sollte der letzte vor dem Befüllen mit Wasser sein.

Jetzt  wurde viel herum probiert, ständig wurden Wurzeln gegen andere ausgetauscht.

Als das Hardscape stand, wurde weiter bepflanzt und geflutet.

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Kurz nach dem Befüllen mit Wasser.

Am Anfang wurden alle zwei Tage min. 70% des Wassers ausgetauscht. Diese Intervalle helfen Algen zu vermeiden. Das hier verwendete Soil gibt nachweislich nicht all zu viel Stickstoff ab, dennoch ist es sehr ratsam so oft wie möglich Wasser zu wechseln. Mehr zu dem Soil erfahrt ihr bald hier.

Vom Tag des ersten Befüllens bis zum Contest lagen ca. drei-einhalb Wochen, wöchentlich wurde das HCC heruntergeschnitten, die Moose lediglich einmal. Das Riccia wurde durch stetiges heraus rupfen mit Pinzetten im Zaum gehalten.

Eine besondere Herausforderung sollte die Gestaltung der Baumkronen darstellen. Hier verwendete ich die oben genannten Mini-Bäume, sie wurden aus mehreren kleinen Stücken zusammen gesetzt. Das Pilo Moos wurde einfach dazwischen gedrückt. Diese Maßnahme war notwendig da nicht mehr viel Zeit bis zum Wettbewerb war. Im Nachhinein ärgerte ich mich! Ich hätte mir bei der Gestaltung der Kronen mehr Arbeit machen müssen, sie der Größe des Cubes und der „Baumstämme“ besser anpassen sollen. Sie klauten dem Scape die Tiefe und gaben dem Ganzen eine etwas plumpe Optik. Ich war nicht kritisch genug!

Am morgen des 08.04.16 ging es dann also los, das Wasser musste raus! So etwas funktioniert am besten mit einem dünnen Schlauch und einem Saugnapf. Ich nehme den dünnen Schlauch aus drei Gründen. Zuerst sei hier der wichtigste Grund genannt, es werden keine Garnelen, die sich im Restwasser tummeln aufgesaugt. Der zweite Grund ist auch ganz easy: Je größer der Durchmesser des Schlauches ist ,umso mehr Wasser fällt zurück in das Aquarium und zwar in dem Moment wenn der Schlauch anfängt Wasser zu ziehen. Was bei großen Aquarien recht unproblematisch ist, kann hier schon eine ganze Menge zerstören. Der dritte Grund ist, wer mich kennt weiß ich sitze lieber da und gucke in die Luft, nein, kleiner Scherz, es gab ja noch andere Sachen zu erledigen und klar einen Kaffee muss es dann auch zwischendurch geben.

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Der Schlauch mit Saugnapf.

Nachdem das Wasser fast komplett entnommen war, eine Pfütze blieb für die Garnelen drin, ging es also daran den Aufbau für die Fahrt zu stabilisieren. Hierzu habe drei Wochen lang den Stadtanzeiger gesammelt. Die einzelnen Seiten wurden in Wasser getränkt, geknüddelt und dann vorsichtig zwischen das Hardscape gedrückt.

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Danach wurde der Cube in die alte Verpackung gesetzt und verklebt. Die Reise verlief Reibungslos und der wieder Aufbau in Hamburg ging schnell und ohne Probleme über die Bühne. 

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Hardware

Zur Verfügung standen ein do!aqua Cube Garden 30C mit Aquasky 301 zur Beleuchtung und folgender Einrichtung.

Hardscape:
– Seegebirge

– Amtra Moorwood

– Rote Moorwurzel

– Mini Baum

Bodengrund und Zusätze:
– Colombo Flora Base Pro

– JBL Vulcano

–ADA Bacter 100

–ADA Clear Super

– ADA Tourmaline BC

Pflanzen:

– Hemianthus callichtroides „cuba“

– Rotala sp. „bonsai“

– Marsilla hirsuta

–Gratiola viscidula

– Pilotrichaceae sp. „Pilo Moss“

CO2:
– Colombo 800 g Einwegflasche 30mg/L

Filter:
– Dennerle Scapers Flow

Düngung:

– Aqua Rebel Estimative Index

– Aqua Rebel Mikro Basic Eisen

– Advanced GH Boost N

 

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