easy reefs – Easybooster

Easy reefs – Easybooster

Vorwort

easyboosterDass Phytoplankton gut für die Aquarienbiologie sein kann, ist kein Geheimnis und durchaus länger bekannt und viele Berichte im Internet unterstützen diese These.

Dementsprechend gibt es auch diverse Möglichkeiten dieses zu dosieren bzw. auch selbst herzustellen.
 
 
 
Um euch zwei Beispiele zu nennen:
 
Die Lebendkultur direkt zu Hause
Der Vorteil liegt da ganz klar auf der Hand: Es ist sehr frisch und belastet das Wasser kaum, wenn es richtig angewendet wird.
Der Nachteil: Aufwendig herzustellen und meist nur eine Monokultur.
 
Lebenplankton in Flaschen
Der Vorteil: Es ist sehr einfach in der Anwendung
Die Nachteile: Zum einen die Haltbarkeit bzw. Oxidation mit Sauerstoff bei der Nährstoffe abgebaut werden , sowie die geringe Konzentration, zudem ist solch ein Produkt oft recht teuer und meist auch nur als Monokultur vorhanden.
 
Nun sprang easy reefs mit dem Easybooster in genau diese Nische und brachte ein Produkt auf Markt, welches ich mir (aufgrund der Hersteller Versprechen) direkt seit Beckenstart mit angesehen habe:

Das Gel-Konzentrat aka. der Easybooster
Die Vorteile: Es ist direkt anwendbar, beinhaltet verschiedene Arten an Phytoplankton und es besitzt eine lange Haltbarkeit.
Der Nachteil: Es belastet das Wasser bei einer Überdosierung
 

 

Was ist easy reefs – Easybooster?

easybooster3Wie eingangs schon erwähnt, ist der Easybooster ein Phytoplankton Präparat welches als Gel-Konzentrat vorliegt.

Dieses kommt in zwei verschiedenen Größen in Blister-Verpackungen daher (14 oder 28 Stück), sowie größere Beutel zur Nutzung mit einer Dosierpumpe (EasyBooster 25 und prof – Anleitung siehe Link).

Der Easybooster selbst enthält alle vier wichtigen Planktonarten, damit das volle Spektrum für die Versorgung an gängigen Zooplankton-Arten abgedeckt werden kann.

 

Dosierung und Details

easybooster_waterDa ich selbst ein kleines 60L Nano betreibe, kamen für mich nur die Blister Verpackungen in Frage. Diese erinnern stark an die kleinen Probeverpackungen aus dem Gastro Bereich (für Balsamiko Essig / oder z.B. Öl).

Mit einem simplen Knick kann man so die Verpackung öffnen und den Inhalt in Richtung Strömungspumpe dosieren.

Ich entleere den Inhalt erst immer in einen kleinen Becher, vermische das Gel mit etwas Beckenwasser und gebe es erst dann wieder in das Aquarium.

Eine simple Art der Dosierung, was ich soweit auch bestätigen kann: Es ist extrem einfach zu Dosieren, jedoch häuft man auch einen beträchtlichen Teil an Plastikmüll an. Für Nutzer größerer Becken würden sich da durchaus die größeren Beutel-Varianten anbieten.

Warum kein kleiner Dosierspender oder eine Spritzflasche angeboten wird?

Das hat nach Anfrage an den Herstellen (vielen Dank an Georg Kotlin) einen recht simplen Grund:

Der Sauerstoffkontakt nach dem Öffnen einer Flasche würde zu einer extremen Oxidation von Nährstoffen wie z. B. Vitamin C führen. Die Packung würde immer wieder geöffnet und neuem Sauerstoff ausgesetzt werden. So sind die Reste in solch einer Flasche eigentlich frei von Nährstoff, da mehr Sauerstoff als alles andere in der Flasche wäre.

Die Einzeldosis  (oder auch die größeren Beutel) des Easybooster wird direkt nach der Ernte gefriergetrocknet. Die Zeit zwischen Ernte und Trocknung beträgt weniger als drei Minuten, so dass das Phytoplankton am höchsten Punkt des Nährwertgehalts konserviert wird. Kurz vor dem Verpacken wird es dann mit einer Minerallösung zu einem Gel-Konzentrat angemischt.

So gelangt bei der Dosierung dieses Produktes kein Sauerstoff in den Beutel bzw. die Einzeldosis wird direkt aufgebraucht und der Nährstoffgehalt kann nicht vermindert werden.

 

Sichtbare Effekte

Wie testet man also ein Produkt, bei dem man den Erfolg/den Nutzen nicht wirklich messen kann? Nun ja, zum einen am eigenen Becken und zum anderen lassen sich durchaus einige Erfolge sowohl sehen, als auch Nebenerscheinungen messen. Das Ganze beobachte ich nun seit ca. vier Monaten (ab Tag drei des Aquariumstarts) Ein Zeitraum, der durchaus ausreicht um ein kleines Fazit zu ziehen.

Messtechnisch habe ich hier den Phosphatgehalt geprüft, welcher sich durchaus nach der Dosierung erhöht. Nutzer von sehr kleinen Aquarien sollten dementsprechend durchaus vorsichtig mit der Dosierung sein und sich an die Dosieranleitung inkl. Startphase halten.

Mein Tipp: Gegebenenfalls nur jeden 2. Tag dosieren, was meiner Meinung nach völlig ausreicht.

Ein Ansteigen der Werte wurde mir auch vom Hersteller bestätigt, was den einzigen Nachteil des Easybooster gegenüber selbst gezüchtetem Plankton, direkt aus dem eigenen Reaktor aufzeigt. Würde man permanent überdosieren würde es sich auf die PO4 und NO3 Werte auswirken, wie als wenn ihr dauernd eure Fische überfüttern würdet.

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Visuell konnte ich bereits ab der zweiten Woche der Dosierung eine explosive Vermehrung von Zooplankton und Kleinstlebewesen beobachten und auch einige kleinere Röhrenwürmer florieren an diversen Stellen. Die Scheiben sind jeden Tag förmlich überseht, wie man gut auf den Bildern erkennen kann. Ein schöner Nebeneffekt wenn man Tiere hält die auf eine hohe Population an Mikroorganismen angewiesen sind, wie zum Beispiel meiner Ruby Red Dragonet.

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Die Korallen haben sich durchaus an die Dosierung gewöhnt, denn nach der Zugabe dauert es ungefähr 30 Minuten. Dann kann ich eine deutliche Expansion der Futtertenakel an LPS Korallen wahrnehmen. SPS zeigten bei mir keine sichtbaren Unterschiede.

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Der Effekt ließ sich auch umgekehrt überprüfen, denn für ca. drei Wochen setzte ich die Dosierung aus. Sichtbar war die Abnahme des Zooplanktons an den Scheiben und auch die Korallen fuhren ihre Polypen Abends nicht mehr so weit aus ( ca. ab der zweiten Woche).

 

Mein persönliches Fazit

Neben der ganzen Messtechnik und den chemischen Komponenten und neuen Ansätzen gibt es endlich mal eine Komponente die auch die Micro-Fauna des Riffaquariums, ohne großen Aufwand ankurbelt.

Für all diejenigen, die kaum Zeit oder den Platz bzw. das Equipment haben um ihr eigenes Plankton zu züchten, ist der Easybooster eine sehr schöne und vor allem sehr gute Alternative die einfach funktioniert.

Für mich persönlich ist es deswegen auch ein Produkt, was ich in dieser Form nicht missen möchte, schon alleine wegen meines Besatzes und den positiven Reaktionen meiner Korallen. Ob das Produkt sich auch positiv auf SPS auswirkt, ist schwer zu sagen. Ich (für meinen Teil) konnte keinen positiven oder auch negativen Effekt feststellen.

Da sollte jeder seine eigenen Erfahrungen machen.

In diesem Sinne,
Stay Salty 😉

Christian von Team weScape

2 thoughts on “easy reefs – Easybooster

  • Hallo

    Ich habe eine Frage. Ich habe ein 40l (netto) Meerwassernano und bin mir unsicher was die Dosierung betrifft.
    Brauche ich einen Blister täglich?
    Ich verteile es jetzt immer über zwei Tage und dann auch wieder ein paar Tage nicht.

    Ich gebe auch noch Corall A,B,C und Vitamino M von Grotech.
    Schöne Grüße
    Sarah

    • Hallo Sarah,

      genau so machen wir es auch im 50l (netto) Nano. Einfach etwas weniger, alle 2 Tage dosieren. Reicht völlig aus.

      Lieben Gruß

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