EAPLC 2016 – „Easing“ Platz 3 in der Kategorie Nano

EAPLC 2016 – „Easing“ 

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Seit 2011 beschäftige ich mich nun schon mit Aquarien. Nach anfänglichen – wohl üblichen – Startschwierigkeiten, habe ich begonnen mich immer tiefer in die Materie einzulesen. Dabei galt mein besonderes Interesse vor allem immer der Pflanzenphysiologie, den Nährstoffen, Wasserwerten und der Düngung.

So habe ich in den vergangenen Jahren immer sehr viel ausprobiert: Verschiedene Düngesysteme, magere und fette Wasserwerte, verschiedene Nährstoffverhältnisse usw. Der Fokus lag bei mir bis 2014 weniger auf Gestaltung und Aquascaping als vielmehr auf der Suche nach einem gut funktionierenden, möglichst reproduzierbaren Aquariensystem. Erst 2013 habe ich angefangen auch mehr Wert auf eine bewusste Gestaltung zu legen und habe mich dann auch erst 2014 getraut an Wettbewerben teilzunehmen. Das waren 2014 der Wettbewerb der AGA und der GAPLC und 2015 dann der IAPLC und EAPLC. Die Platzierungen waren keiner Rede wert und liefen bei mir unter dem Motto „Dabeisein ist alles!“.

2016 habe ich es dann schon etwas genauer genommen. Das heißt ich habe meine Layouts bewusst auf einen Finalshot hin gezogen. Für ordentliche Fotos habe ich mir extra eine gute Profikamera ausgeliehen mich mehr mit dem Thema Fotografie beschäftigt und das erste mal im RAW Format fotografiert. Es war schon sehr aufschlussreich für mich festzustellen, was man noch durch den Einsatz vernünftiger Technik und des richtigen Handlings rausholen kann.

„Easing“ war aber eigentlich nie dazu gedacht mal an einem Wettbewerb teilzunehmen. Ich habe das Becken Ende November 2015 aufgesetzt mit der Intention darin ein paar neue Dinge bezüglich Wasserwerten und Düngung auszuprobieren. Das Layout sollte zwar ansprechend sein, aber vor allem auch einfach und pflegeleicht.

So sah’s dann kurz nach der Einrichtung aus:

24-11-2015-gesamtansicht

Das Becken wurde mit leicht aufgedüngtem Leitungswasser gefüllt und erst mal ohne große weitere Beachtung, Wasserwechsel, ect. laufen gelassen. Irgendwie fehlte mir dann doch die Motivation mich vernünftig um das Becken zu kümmern wie ich es sonst grade in der Startphase mache und so sah es dann rund drei Wochen später so aus:

12-12-2015-gesamtansicht

Zu dem Zeitpunkt hatte ich immer noch kein Wasser gewechselt und auch nichts mehr gedüngt. Ich konnte mich immer noch nicht durchringen Wasser zu wechseln und das Becken sauber zu machen. Lediglich ein paar Posthornschnecken und übergangsweise ein Pärchen Apistogramma habe ich eingesetzt. Eine weitere Woche später war die optische Situation nicht wirklich besser, außer dass sich die Posthornschnecken vermutlich um die grünen Algenbeläge auf dem Sand gekümmert haben:

20-12-2015-gesamtansicht

Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich dann doch dazu entschlossen mal aktiv einzugreifen. Also habe ich von da an wöchentlich 50% Wasser gewechselt und die Düngung angepasst. Reinigen wollte ich aber erst mal nichts, da ich sehen wollte wie die Beläge und Algen von alleine verschwinden.

Rund vier Wochen später sieht man dann schon eine deutliche Verbesserung:

15-01-2015-gesamtansicht

Es hat weitere drei Wochen gedauert, bis das Becken mit Ausnahme weniger Reste an der Glasware wirklich absolut sauber war:

08-02-2016-gesamtansicht

Etwa zu der Zeit habe ich mir dann vermutlich auch überlegt, dass ich das Becken doch vielleicht für einen Finalshot heranziehe. Also habe ich ein paar kleine Veränderungen an der Bepflanzung vorgenommen und vom Leitungswasser auf VE-Wasser umgestellt. Das VE-Wasser salze ich mit einer eigenen Mineralmischung auf. So habe ich absolute Kontrolle über die Nährstoffe welche ins Becken kommen und kann diese gezielter nach meinen Wünschen beeinflussen.

Etwa sechs Wochen unter VE-Wasser und recht mageren Wasserwerten hat sich das Becken dann doch recht gut entwickelt und ich bin auf die Zielgrade zum Finalshot eingebogen:

23-04-2016-gesamtansicht

Gut einen Monat später war es dann soweit. Einen Tag vor dem Finalshot habe ich die Sandzone noch etwas natürlicher gestaltet, alle Scheiben gründlich gereinigt, noch mal Wasser gewechselt, ein Vlies um den Filtereinlauf gewickelt und zu guter Letzt noch ein paar kleine Fische eingesetzt.

Für den Finalshot am nächsten Abend habe ich dann den Wasserstand etwas abgesenkt um eine bessere Panoramawirkung zu erzielen. Ich habe ein paar zusätzliche Lampen über dem Becken angebracht und dann gefühlte 100 Fotos geschossen bis alles so gepasst hat wie ich mir das vorgestellt habe.

23-05-2016-finalshot-easing

Beim IAPLC 2016 habe ich mit dem Becken Platz 361 belegt, was mich schon mehr als zufrieden gestimmt hat. Mit einem Platz in den Top 50 bei EAPLC 2016 wäre ich schon sehr glücklich gewesen. Das es nun aber sogar zu Platz 3 gereicht hat, hat mich sprachlos gemacht!

– Gastbeitrag von Sascha Nievelstein

Setup:

Weißglasbecken, 60 x 30 x 36 (27) cm
2x AquaLighter mit je 1.860 lm
EHEIM Außenfilter eXperience 250
EHEIM Skim 350
CO2

Akadama
Basaltsteine
Sand

Micranthemum sp. „Montecarlo-3“
Rotala indica
Cryptocoryne wendtii „Flamingo“
Blyxa japonica
Hydrocotyle sp. „Japan“
Rotala sp. „Colorata“
Bucephalandra sp.
Riccardia spp.
Pilomoos

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