Betta rutilans ‚Anjungan‘ – Roter Zwergkampffisch

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Betta rutilans ‚Anjungan‘

Roter Zwergkampffisch 

KOTTELAT & WITTE 1991

Zu der Betta coccina Gruppe der gehört auch Betta rutilans. Das natürliche Verbreitungsgebiet ist die Umgebung von Anjungan in Sarawak, Nordwest Borneo.

Die kleinen knallroten Kampffische wurden in sumpfigen Bächen, welche Schwarzwasser führten, gefangen. Wenn ich die Farbe als „Knallrot“ bezeichne, so ist das nur auf den ersten Blick gemeint.

Die Betta rutilans vom Fundort Anjungan zeigen in der Regel keine blauen Seitenflecken (Jetzt nach über 15 Jahre Zucht erscheinen auch bei diesem Stamm vereinzelt blaue Seitenflecke), die Kiemendeckelflecken sind hellrot (am besten bei Bildern mit Blitzlicht zu erkennen), und auf den Schuppen ist zeitweise ein grüner Schimmer zu erkennen. Die Bauchflossenspitzen sind weiß. Die Rückenflosse ist ganz wenig weiß gesäumt. Adulte Männchen sind ca. 5 cm groß, die Weibchen bleiben nicht viel kleiner. 

Die Geschlechter sind bei geschlechtsreifen Tieren recht gut zu unterscheiden. Die Afterflossen sind bei den Weibchen nicht so stark ausgezogen wie bei den Männchen. Die Männchen haben eine größere Rückenflosse und die Bauchflossen sind kräftiger ausgeführt.

Probleme kann es bei Weibchen geben, welche sich als sehr aggressiv gegenüber ihren Männchen zeigen. Deshalb sollte das Weibchen immer etwas kleiner als das Männchen sein. Vor allem wenn man das Paar zur Zucht ansetzen möchte. Hat das Weibchen einmal die Oberhand gewonnen, kann man den Zuchtversuch nur mit einem anderen Weibchen oder mit einem größeren Männchen fortführen. Betta rutilans braucht sauberes und saures Schwarzwasser.

Für die erfolgreiche Haltung und Zucht braucht man folgende Wasserwerte: Wassertemperatur 22 bis 26 Grad. PH 4,5 bis 5,5, Leitwert kleiner als 50 ms. Wer kein weiches Quellwasser zur Verfügung hat, der kann auch Osmosewasser oder sauberes Regenwasser verwenden.

Zu beachten ist auch ein nicht zu hoher Wasserstand, maximal 10 bis 15 cm für die Zucht, sowie eine absolut lückenlose Aquarienabdeckung. Dieser Kampffisch findet mit Sicherheit jeden noch so kleinen Spalt ins trockene. Betta rutilans ist recht aggressiv, so das man die Aquarien sehr dicht mit Javamoos und Schwimmpflanzen zuwachsen lässt. Eine 3 cm hohe Torfschicht am Boden oder Buchen- und Eichenblätter ermöglichen es unterlegenden Fischen „abzutauchen“.

 

Die Zucht ist bei den richtigen Wasserwerten kein Problem. Die Männchen bauen kleine Schaumnester. Nach der Paarung werden die 30 bis 40 Eier vom Männchen bewacht und gepflegt. Nach 5 bis 7 Tagen schwimmen die Jungfische frei und nehmen sofort Mikrowürmer, Essigsälchen und frisch geschlüpfte Salinenkrebse an. Dieser schöne Kampffisch ist auf Borneo stark bedroht. Waldrodung, Landwirtschaft und eine schnell wachsende Industrie zerstören viele Lebensräume. Auch in unseren Aquarien war Betta rutilans fast verschwunden. Bleibt zu hoffen, das diese Kampffischart zu mindestens in unseren Aquarien eine Zukunft hat.
 
 
– Gastbeitrag Michael Scharfenberg, © Bilder und Text 
 
 
Michael ist vor allem in der Betta AG ( Arbeitsgruppe Betta in der IGL ) aktiv.  Hier geht es gezielt um die Erhaltungszuchten der Betta Wildformen, deren Lebensräume stark bedroht oder bereits zerstört sind. So werden zum Beispiel aktuell zwei Fundorte von Betta rutilans betreut. Den Betta rutilans Stamm vom Fundort Anjungan / Borneo, sowie den Stamm vom Fundort Tayan / Borneo. Der Tayan Stamm hat zum Teil blaue Seitenflecke. Betta rutilans aus dem Handel können durchaus Betta brownorum ohne blauen Seitenfleck sein. Die gesammelten Kampffische wurden noch auf Borneo sortiert. Die Betta ohne Seitenfleck kamen als Betta rutilans in den Handel, die mit Seitenfleck als Betta brownorum. Ob das heute noch die gängige Praxis ist wissen wir leider nicht.
 
Des weiteren ist er Vorsitzender der Aquarien- und Terrarienfreunde Seerose Seerose Frechen e.V oder auf Facebook Link. Jeden Freitag von 20.00 – 22:00 Uhr kann der Vereinsraum in Frechen von Gästen besucht werden.
 
Wir werden sicher demnächst mal vorbeischauen.
 

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