Betta persephone „Ayer Hitam“

Betta persephone „Ayer Hitam“ 

Herkunft 

AM6Mit die kleinste Beta-Art stammt aus Südostasien, genauer kommt sie in Westmalaysia, Johor, Ayer Hitam, Murr und dem Yong Peng Areal vor.

Ein sehr enger Verwandter wurde als Betta miniopinna beschrieben. Leider sind die Vorkommen von Betta persephone (SCHALLER, 1986) bei Ayer Hitam sehr wahrscheinlich fast erloschen. 

Ist der Fundort der Tiere bekannt, wird dieser hinter den wissenschaftlichen Namen gesetzt. So stammen die Nachzuchten, die ich bei mir zuhause pflege, z.B. aus Ayer Hitam. Daher Betta persehphone „Ayer Hitam”.

Lebensraum

Als Lebensraum dienen dem Laub-Kampffisch stark verkrautete und langsam fließende Gewässer in überfluteten Wälder der Malaiischen Halbinsel in Südostasien. Eher versteckt lebend hält er sich die meiste Zeit im Ruhigwasserbereich auf. Die Tiere haben sich sehr gut an die Lebensräume in den Schwarzwassersüpfen angepasst und ziehen sich bei niedrigem Wasserstand zwischen die Pflanzen oder feuchtes Laub zurück. Daher auch der Name „Laubschlupf-Kampffisch“. Dies war eine nötige Anpassung an die Trockenperioden. 

Betta persephone ist vom Aussterben bedroht und ist deshalb auf der Roten Liste für bedrohte Tierarten der IUCN unter der Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht) zu finden. Hauptursache ist das Verschwinden der Lebensräume durch Zerstörung. Hier werden Ölpalmenplantagen angebaut, die der Gewinnung von  „BIO-Treibstoffen“ dienen.

Haltung im Aquarium

AM2Die Haltung in einem Artaquarium oder in Gesellschaft mit klein bleibenden Boraras oder Parosphromenus -Arten ist zu empfehlen. Ein dicht bepflanzestes Aquarium ab 60 x 30 x 30 cm kann eine kleine Gruppe von Betta persephone beherbergen. 

Die Tiere sollten in sehr weichen Wasser bei pH 4 – 6,5 gehalten werden. Dies gelingt mit einer Umkehrosmose Anlage. Zusätzlich kann das Wasser mit Torf angesäuert werden.

Das Aquarium sollte immer gut abgedeckt werden, da die guten Springer noch jede so kleine Lücke ausnutzen können.

Die Temperatur sollte bei 20-25°C liegen. Eine Schwimmpflanzendecke trägt zum Wohlbefinden der Tiere deutlich bei. Der Wasserstand sollte niedrig liegen, maximal 30 cm sind hier völlig ausreichend.

AM3Als Revier nehmen männliche Tiere gerne natürlich gestaltete Höhlen oder beispielsweise auch Filmdosen an. Meine Gruppe Betta persephone frisst Frost- und Lebendfutter.

Zufällig beobachtete ich mal meine Betta, als sie sich für eine halbe Welstablette interessierten und daran genüsslich herum nagten.

Regelmäßig sollte ein Teil des Wassers gewechselt werden. Dabei sollte das Wasser nicht viel kühler als das Aquariumwasser sein.

Verhalten

Ganz anders als der Name „Laub-Kampffisch“ vermuten lässt, sind die Tiere sehr friedlich im Umgang miteinander. So können hier auch mehrere Tiere miteinander vergesellschaftet werden. Voraussetzung sind genügend Ausweich- und Versteckmöglichkeiten. Sehr bedacht streift meine Gruppe Betta persephone durch das Aquarium – immer mit der Möglichkeit schnell in Deckung zu gehen. 

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Immer Deckung im Rücken

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Interessiert was die Garnele macht

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Jungtier

Eher selten sieht man die Tiere frei im Aquarium herumschwimmen. Umso schöner ist es, wenn man die Tiere mal bei ihren Schaukämpfen beobachten kann. Hier zeigen sich die Betta persephone in ihren schönsten Farben.

Vermehrung

Betta persehphone gehört zu den Schaumnestbauern unter den Kampffischen. Gute Nachzucht Erfolge gab es bei paarweisem Ansatz in einem kleinen Aquarium.  Meist kommt es bei passenden Wasserwerten (pH 4-5, GH unter 2, KH 0 und 24-26°C) innerhalb der ersten paar Tage schon zum Laichvorgang. Bei meiner Beobachtung zeigte sich das Männchen blauschwarz in seiner Färbung, beim Weibchen waren Querstreifen zu erkennen. Beide Geschlechter besitzen eine blau-türkis leuchtende Augeniris. Generell wirken Männchen in ihrer Farbe dunkler, die etwas rundlicheren Weibchen wirken mit ihrer eher bräunlichen Körperfärbung weniger farbintensiv. Am besten erkennt man die Männchen an ihren schwertförmigen Brustflossen, welche bei den Weibchen eher kurz und dreieckig ausfallen.

Tipp: Nehmt euch hier viel Zeit, vor allem in Normalfärbung sind die Geschlechter nicht so leicht zu unterscheiden.

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Weibchen

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Schaumnest

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Männchen

Mit dem typischen Führungsschwimmen und Präsentieren der Flossen lockt das Betta Männchen das Weibchen an. Das Befruchten der Eier geschieht beim gegenseitigen Umschlingen des Paares. Nach der Laichstarre tragen beide Partner die Eier mit dem Maul ins Schaumnest. Danach bewacht das Männchen das Nest alleine. Herunterfallende Eier und Larven werden immer wieder ins Schaumnest zurückgetragen. Nach zwei bis drei Tagen schlüpfen die Jungen. Nach dem fünften Tag schwimmen die Jungen dann frei, welche dann zusammen mit den Eltern im Zuchtbecken aufgezogen werden können. Als Futter eignen sich Artemia Nauplien oder Moina.

Ich konnte sogar bei meinen Tieren einen Laichvorgang Gesellschaft mit Parosphromenus linkei beobachten. 

Verbreitung in der Aquaristik

Neben den beliebten Betta splendens ist Betta persephone eher unbekannt und selten in der Aquaristik anzutreffen. Oft sind diese Tiere nur von gleichgesinnten Aquarianern zu erwerben und so gut wie gar nicht im Fischhfachandel anzutreffen. Gerade für uns Labyrinthfischfreunde ist Betta persephone ein Juwel unter den kleinen Kampffischen.

Vielleicht werden weitere gezielte Schutzmaßnahmen durch das Interesse an den Fischen möglich und die Natur vor weiterer Zerstörung bewahrt. So ist zu hoffen, dass die letzten Lebensräume von Betta persephone als Schutzgebiete ausgewiesen werden.

Eine Erhaltungszucht dieser strakt gefährdeten Betta-Art sollte angestrebt werden.

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