Betta Channoides – Der Schlangenkopf Betta

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Der Name Betta channoides stammt von Channa (Schlangenkopffische) ab.

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Zuerst möchte ich den Unterschied zwischen Betta albimarginata und channoides nennen, denn da gibt es für Anfänger doch mitunter einige Probleme. Sehr deutlich sieht man die Unterschiede, wenn die Tiere gut gefärbt sind. So hat die Betta albimarginata in der Rückenflosse einen schwarzen Saum, den die Betta channoides nicht hat. Ebenso ist der schwarze Streifen in der Schwanzflosse bei der Betta albimarginata durchgehend. Bei der Betta channoides endet er kurz oberhalb der Schwanzflosse. Ausserdem ist die Betta albimarginata eher orange gefärbt, wo hingegen der Betta channoides rot gefärbt ist. Die Betta albimarginata ist dünner, channoides dagegen bullig. Bei halbwüchsigen Tieren ist der Unterschied aber nicht sehr deutlich zu erkennen.

Diese Tiere sind meiner Meinung nach relativ ruhig und wenig aggressiv. Für ein Trio (zwei Männchen mit einem Weibchen) reicht ein gut bepflanztes 25l Aquarium. Allerdings sollten die Jungen dann extra aufgezogen werden. Die Weibchen scheinen mitunter an die Jungen zu gehen. Bei Männchen habe ich das nicht beobachten können. Größere Geschwister stellen den jüngeren Tieren aber nach und sind dabei auch recht erfolgreich. Allerdings ist es hier kein Problem, die Jungen gezielt und gesondert aufzuziehen, da sie vom ersten Tag an Artemianauplien fressen. Betta channoides sind Maulbrüter im männlichen Geschlecht. Das heißt, die Männchen brüten die Eier im Kehlsack aus. Aus diesem Grund ist es immer besser, mehr Männchen als Weibchen zu haben. So kann sich das Weibchen mit einem anderen Männchen paaren und die brütenden Männchen bekommen nach dem Entlassen der Jungen eine Ruhepause.

IMG_6008Wenn das Weibchen paarungsbereit ist, sucht es die Nähe des Männchens und animiert es zur Paarung. Das Weibchen entscheidet, wann die passende Zeit ist. Während der Paarung dreht sich das Männchen so, dass die befruchteten Eier auf seinem Körper liegen bleiben, wenn er in Laichstarre verfällt. Von hier nimmt das Weibchen die Eier auf. Nach der Paarung, die einige Zeit dauern kann, übergibt das Weibchen die Eier an das Männchen, was ebenfalls einige Stunden dauern kann, da das Weibchen die Eier oft ausspuckt, aber gleich wieder aufnimmt. Das Weibchen bleibt in der Nähe des Männchens und verteidigt es auch gegen andere Weibchen. Das Männchen braucht 15 bis 20 Tage (die Wassertemperatur spielt dabei auch eine Rolle), bis es die Jungen entlässt. Das Entlassen dauert gut zwei Tage. Die ersten acht Tage sind eine kritische Phase, in der es immer wieder mal vorkommt, dass das Männchen die Eier oder Larven schluckt. Ich habe meine Männchen immer am zehnten Tag vorsichtig mit einem Becher herausgefangen, so dass sie das Wasser nie verlassen.

Die Männchen kann man jetzt in ein kleines Gefäß packen. Hier habe ich immer ganz feine Laichnetze genommen. Da kamen 2 Eichenblätter rein und das Netz wurde mit einem lichtundurchlässigen Stück Plastik abgedeckt, damit der Fisch nicht herausspringt und es recht dunkel ist. Nach dem Entlassen der Jungen (was bei meinen Männchen immer siebzehn Tage gedauert hat) habe ich das Männchen herausgenommen und die Jungen wanderten in ein 12l Becken. Entlassen werden ca. 20-40 Jungtiere.
 

Wasserwerte

Tja, da scheiden sich die Geister. Zwar kommen die Tiere aus Wasser mit einem pH zwischen 5,5 und 6, aber meine Tiere halten und vermehren sich bei pH 7, gH 7 und kH 6. Die Wassertemperartur sollte bei 24-26°C liegen. Bei 23°C gibt es mitunter keine Verpaarungen mehr. Bei über 27°C altern die Tiere schnell. Sie werden dann oft nur an die 2 Jahre alt, obwohl sie durchaus 4 Jahre schaffen können. Bei Wildfängen sollte man eventuell die Wasserwerte geringer einstellen. Bei den Betta albimarginata hatte ich mit Leitungswasser etwas Probleme. Da gabs zwar Verpaarungen, aber die Männchen haben die Eier immer am 4. Tag gefressen. Das passierte immer, sobald der pH auf 7 war. Bei pH 6,5 oder niedriger ging das problemlos.

Beckeneinrichtung

Hier darf man mit Pflanzen nicht sparen. Auch Laub und Erlenzapfen dürfen ins Aquarium. Das Aquarium muss komplett abgedeckt sein, da die Fische gern springen. Schwimmpflanzen sind ebenfalls nicht schlecht, da die Männchen kurz bevor sie die Jungen entlassen zur Wasseroberfläche schwimmen und sich unter grossen Blättern verstecken. Höhlen kann man anbieten, bei mir wurden aber Welshöhlen z.B. garnicht angenommen. Die Männchen haben sich aber gern unter Wurzeln versteckt oder Kokosnusschalen als Unterstände genommen. Dort wird sich auch gepaart.

Betta channoides ist relativ einfach zu halten und zu vermehren. Teils gehen die Tiere sogar an Trockenfutter (was ich nie geschafft habe). Aber mit Frostfutter kann man sehr gut arbeiten. Die Färbung der Tiere ist wunderschön und wegen der einfachen Haltung ist dieser Fisch durchaus etwas für Einsteiger in der Bettawildformhaltung. Man sollte nur darauf achten, dass der PH bei 7 und die GH nicht über 10° liegt. Das bekommt man aber schon mit wenig Regenwasser hin.
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Zum Schluss noch der Unterschied zwischen Männchen und Weibchen. Der Unterschied ist ganz deutlich zu erkennen. Weibchen sind eher grau. Sie färben sich erst um, wenn sie paarungsbereit werden. Dann bekommen sie weisse und schwarze Querstreifen und ihre Flossen werden dunkelrot. Männchen hingegen haben einen sehr deutlichen, relativ grossen weissen Flossenrand, der bei Weibchen manchmal garnicht oder nur sehr schwach vorhanden ist. Gerade die Prachtfärbung der Männchen ist schon als relativ junges Tier deutlich zu erkennen.

 

Noch etwas zur Wasserqualität

IMG_6005Einige Leute achten sehr akribisch auf die Wasserqualität und machen fast täglich Wasserwechsel. Gerade bei Betta channoides habe ich da negative Erfahrungen gemacht. Oft haben die Männchen nach einem Wasserwechsel die Eier geschluckt. Mittlerweile mache ich fast garkeine Wasserwechsel mehr. Alle 4 Monate wechsel ich ca. 30% und saug etwas Mulm ab. Damit fahre ich sehr, sehr gut. Für mich persönlich läuft es bei den Bettawildfomren allgemein besser, wenn man die Wasserwechsel etwas vernachlässigt.


– Gastbeitrag von Sascha Lüno

2 thoughts on “Betta Channoides – Der Schlangenkopf Betta

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