ADA 60H „Spring Road“ Teil 3

ADA 60H „Spring Road“ Teil 3

Vorwort

Einige Zeit ist nun vergangen an dem ich das ADA Cube Garden 60H startete. Neben der beschriebenen Planung in Teil 1 und der Fertigstellung in Teil 2  , möchte ich in diesem Teil auf die Entwicklung, Düngung & Pflege des Aquariums eingehen. Da ich das Aquarium nach dem ADA-System betreibe nahm ich in der ersten Woche auch die täglichen 50%igen Wasserwechsel vor.  Danach nur noch jeden zweiten Tag bis hin zu dritten Woche in der ich nur noch jeden dritten Tag das Wasser wechseln musste. Zudem geht Christian, unser Manten Man, etwas mehr auf das ADA-Konzept und seine persönlichen Erfahrungen bei der Düngung ein. 

Spring R

Mein Foto für den EAPLC 2016

Das ADA Konzept 

Hier hat  Christian (Manten Man) seine Erfahrungen zusammengefasst:

Grundsätzliche Dinge sind bereits im ADA Leitfaden erklärt, wie auch in den verfügbaren Dokumenten: Beginnen wir mit A Beginnen wir mit Q und dem Suikei Research (hier die Originalausgabe). ADA nutzt ein komplettes System aus Licht, Bodengrund, Dünger, Co2 und Zusätzen, welches perfekt aufeinander abgestimmt ist. Denn hier steht der Gedanke eines Eco-Systems im Aquarium deutlich im Vordergrund, welches von vielen leider missverstanden wird.

Amano ging es immer darum ein gesamtheitliches Bild zu schaffen, einen impressionistischen Ausschnitt aus der Natur und kein Diorama. Hier steht alles in einem einheitlichen Zusammenhang (aktiver Bodengrund lagert Nährstoffe wie Phosphat und Kalium aus Dünger und Mulm ein, gibt dafür wieder NH4 ab, welches Bakterien im Boden und im Filter teils zu Nitrat wandeln usw.).

Dies setzt natürlich voraus, dass wenn man die komplette ADA-Linie fahren möchte, einige Dinge beachten muss. Einige Details findet man jedoch nur in japanischer Sprache (AquaJournal), oder gibt es nur auf Anfrage bei ADA direkt. Wir versuchen für euch einige hilfreiche (extra) Details zusammenzutragen, damit sich der Start eures ADA Natur Aquariums einfach und problemlos gestaltet. Besonders an jene gerichtet, welche einfach ein schönes Natur-Aquarium pflegen wollen. Auch wenn man ein paar Dinge beachten sollte, wie in jedem Pflanzenaquarium, ist das System insgesamt recht einfach.

Es gibt kein „ein-System-passt-auf-jedes-Aquarium“ Düngekonzept, denn jedes System, Aquarium, ausgewählte Pflanzenarten usw. unterscheiden sich alle. Kein System ist einfach ein „Ich lese mir die Anleitung durch und folge dieser wie ein Roboter“ Ding. ADA ist da keine Ausnahme, auch wenn man die ADA Anleitungen als Referenz und Startpunkt durchaus nutzen kann. 

Das Bodengrundsystem

Grundsätzliches

Den größten Teil des kompletten ADA Systems nimmt das Bodengrundsystem ein. Dabei rede ich hier sowohl vom Soil, welches in drei verschiedenen Varianten zur Verfügung steht, als auch von den optionalen Zusätzen. Die drei Soil-Varianten gibt es, damit unterschiedliche Einsatzgebiete und Anwendungszwecke abgedeckt werden können. Denn nicht nur die Farbe unterscheidet sich, sondern auch der Anteil an zugesetzten Nährstoffen und der pH senkende Effekt. Das Amazonia enthält dabei die größte Menge an Nährstoffen  (besonders NH4), senkt den pH-Wert jedoch nicht so weit ab, wie z.B. das Africana Soil.

Wer sich für die genaue Zusammensetzung interessiert, kann im Netz durchaus einige Analysen finden (wie z.B. von Tom Barr oder bei Flowgrow).

Die Zusätze

Die Bodengrundzusätze sind nicht zwingend notwendig, tragen aber zu einem stabilen System bei und helfen besonders in der Startphase des Aquariums. Warum ist das so? Lasst mich das kurz anhand der Zusätze selbst erklären.

Bacter 100:
Hilft bei Neueinrichtung des Aquariums schnell und zügig eine effektive Besiedlung von „guten“ Bakterienkulturen im Substrat selbst zu ermöglichen. Das funktioniert aber nur, wenn man den anfänglichen Überschuss an NH4 und die stark pH senkende Wirkung des Soils minimiert (im Bodengrund). Hier kommen die anderen beiden Zusätze ins Spiel.

Clear Super:
Als ein Mix aus Aktivkohle und organischen Säuren hilft Clear Super den starken Nährstoffüberschuss entgegenzuwirken und lagert diesen, mehr oder weniger ein, damit dieser den Bakterien als Nahrungsquelle dienen kann. So wird ein Teil des NH4 Überschusses nicht mit dem kommenden Wasserwechsel ausgespült und kann in seiner Verwertung später von Pflanzenwurzeln genutzt werden.

Tourmaline BC:
Besteht anders als das Clear Super, aus hochwertiger Bambuskohle, grundsätzlich erfüllt es den gleichen Zweck wie das Clear Super, nimmt jedoch viermal mehr Schadstoffe auf und enthält im Vergleich zur herkömmlichen Aktivkohle das dreifache an Mineralien. Gleichzeitig dient es den Bakterien als zusätzliche Besiedlungsfläche.

Das System besitzt definitiv einen Hintergrund und ich empfehle immer alle drei Zusätze zu nutzen. Die Verwendung nur eines Zusatzes alleine bewirkt nicht den gewünschten positiven Effekt während der Startphase.

Power Sand

Kommen wir zum Power Sand. Der Power Sand wurde lange Zeit von Amano als alleiniger Nährboden unter normalem Sand oder Kies genutzt (Quelle: Ihr Hobby: Naturaquarien). Er enthält, wie auch das Soil, einen beträchtlichen Teil an Nährstoffen und ggfs. auch schon einige der o.g. Zusätze (Power Sand Special).

Im ADA Konzept übernimmt der Power Sand eine wichtige Funktion: Die Langlebigkeit des Layouts zu erhöhen. Zum einen bringt er nochmals mehr Nährstoffe in den Bodengrund ein und zum anderen verhindert er eine Verdichtung des Soils. Dies ist besonders bei größeren Aquarien sinnvoll, daher auch die drei unterschiedlichen Größen. Je höher das Becken, desto größer ist der Wasserdruck auf das Soil, was schneller zu einer Komprimierung führen kann. Dies geschieht auch bei einer höheren Standzeit eines Aquariums, in der die einzelnen Soil Kugeln an Integrität verlieren und sich verdichten.

Das Soil

Kommen wir zurück zum eigentlichen Bodengrund. Das Soil als wichtigster Bestandteil im ganzen System übernimmt mehrere wichtige Funktionen:

  • Es stellt wichtige Nährstoffe in üppiger Menge zur Verfügung (NH4 als Hauptbestandteil)
  • Als Kationentauscher senkt es den pH-Wert (Härtebildner werden aufgenommen)
  • Fungiert als zusätzlicher Filter, da durch die große Besiedlungsfläche Bakterien das zur Verfügung stehende NH4 schneller umwandeln und den Pflanzen zur Verfügung stellen können. Das Wasser selbst enthält, auch durch die üppige Bestückung des Filters kaum „freie“ Nährstoffe (PO4 und NO3 nahe „0“). Daher auch die tägliche Düngung mit Flüssigdüngern, damit den Pflanzen nur das zur Verfügung steht, was auch aufgenommen wird.

Da bei diesem Bodengrund kaum Kalium zugesetzt ist, wird dies über die Wassersäule verabreicht. Das Kalium wird in größeren Mengen zugeführt um die Nährstoffe im Bodengrund freizusetzen! Durch die Zugabe von Kalium, werden die eingelagerten Nährstoffe im Soil frei und stehen den Pflanzen sofort zur Verfügung. Dieser Prozess erklärt auch warum in den Step-Flüssig-Düngern, keine großen Macro-Nährstoffmengen vorhanden sind. Sie werden anfangs nicht in der Masse benötigt. Jedoch sollte man hinsichtlich der Kalium-Zugabe auch vorsichtig sein.

Die Kationentauscher-Funktion hat aber auch eine Kehrseite auf die ich hier gerne hinweisen möchte. Zu hartes Wasser kann durchaus zu Problemen in der instabilen Startphase führen da die Härtebildner zu viele Nährstoffe freisetzen und die Filterung noch nicht hinterher kommt. Nutzt man hier nicht zusätzlich die Bodengrundzusätze oder einen eingefahrenen Filter, sollte man durchaus länger und öfter das Wasser wechseln bis der Filter und der Bodengrund richtig eingefahren sind und dementsprechend arbeiten.

Ergänzend die Erfahrungen von Kim:

Mir kommt hier im Speziellen meine Haltung von Labyrinthischen entgegen, die lieber ein weiches leicht saueres Wasser Milieu brauchen. So nutze ich nur Wasser aus der Umkehrosmoseanlage. So habe ich nie die Probleme mit zu hartem Wasser gehabt.

Hier eine ältere Wasseranalyse aus Niigata (PH: 6.8, TH: 20mg/l , NO3: almost 0 (0 – 0.2), PO4: almost 0 (0 – 0.2) ,NH4: almost 0 (0 – 0.2) (Quelle: Sayuri Amano)

Algen in der Einlaufphase

Meist sieht man recht wenige Fotos in Berichten die genau diese Phase festhalten. Was mit unter auch daran liegen könnte, das man eher die schönen Seiten seines Aquariums fotografiert, als die plötzliche Algenexplosion im Aquarium festzuhalten.

IMG_7466Selbst ich hätte fast dieses Foto vergessen. Bei mir traten die Algen etwa zwei bis drei Wochen nach dem Start auf und ein schöner Mix aus Kiesel- und grünen Fadenalgen machte sich breit.

Sicherlich war meine Dachgeschoss Wohnung, die sich durch die sommerlichen Temperaturen gut aufheizte, ein weiterer Grund das sich die Algen eine Zeitlang recht wohl in dem Aquarium fühlten.

Um dem entgegen zu wirken sammelte ich bei den Wasserwechseln mit einer Pinzette und einer Zahnbürste immer so viele Algen wie möglich ab.

Zudem konnte auch der Algentrupp langsam einziehen und ich düngte etwas sporadischer. Die Temperaturen gingen wieder etwas runter und genauso schnell wie sie kamen waren die Algen auch wieder verschwunden. Sicherlich tauch hier und da mal eine Alge wieder auf, aber im Großen und Ganzen läuft das Aquarium sehr stabil, so dass ich hier recht selten selbst vereinzelnd Algen entfernen musste. Regelmäßig gehe ich aber mit dem ADA Pro Razor über die Scheiben des Aquariums.

Filterung mit dem ADA System

Durch den hohen NH4 Überschuss in den ersten Monaten sind die vielen Wasserwechsel in den ersten Wochen notwendig. Zusätzlich dient die Aktivkohle im Bodengrund (Clear Super) und im Filter dazu um diesen Überschuss zu kompensieren und Algen vorzubeugen.

Filter_outsideDabei lagert das Clear Super diesen Überschuss ein und Wurzeln können immer noch darauf zurückgreifen. Eine Geringfilterung passt nicht in das Konzept, daher sollten Filter immer voll bestückt sein.

Geliefert werden die ADA Filter Anfangs immer mit der Kombi Anthrazit (Glanzkohle) und Bio Cube (Polyurethan-Schaum). 

Auch ich habe mit dieser Methode gute Erfahrungen gemacht. Meist wechsele ich nach etwa einem Monat die Aktivkohle gegen Bio Rio (Vulkangestein) aus.

Nach etwa einem weiterem Monat kommt noch etwas Bamboo Charocal (Bambusholzkohle) dazu, die der Verstopfung des Filters entgegen wirkt. Habt ihr schon mal einen eingefahren Filter benutzt, so kann dieser in der Startphase eines neuen Aquariums wahre Wunder bewirken.

So nutzt ADA zum Beispiel bei großen Show-Aquarien oder Kunden-Aquarien bereits eingefahrene Filter. In der 
ADA Gallery in Niigata, werden je nach Zustand eines Aquariums,  die Filter alle drei bis vier Monate gereinigt. Manchmal gibt es aber auch Filter die nur einmal im Jahr gereinigt werden (Quelle: Sayuri Amano)

Ein weiterer Tipp ist die Belüftung über Nacht, da sie das Wachstum von Mirco-Organismen fördert und bei der Vermeidung von Algen hilft. Geduld! Aquarien benötigen Zeit zum Einfahren.

Düngung / Die Flüssigdünger

Zurück zu Christians Erfahrungen über das ADA System:

Große Kontroversen verursachen die Flüssigdünger von ADA. Enthalten sind sehr wenige Nährstoffe und Special Lights/Shade könnte man auch mit anderen Düngern ersetzen, wie man in der Nährstoffanalyse von Tom Barr nachlesen kann (oder im Flowgrow Nährstoffrechner). Was man allerdings nicht überprüft hat und worauf das Suikei Research PDF hinweist, ist das besonders in Step 1-3 ungeachtet des Eisens sehr viele Micro Nährstoffe enthalten sind. Zudem handelt es sich, wie auch schon eingangs in Teil 1 erwähnt, beim ADA-System um ein aufeinander abgestimmtes Paket. Es werden viele Micro-Nährstoffe zur Verfügung gestellt, abhängig vom Alter des Aquariums. Die Makros werden nur soweit zugefügt, dass diese abends nicht mehr nachweisbar sind. Ausnahme bildet der Brighty K Dünger, bzw. das Kalium, welcher im Überschuss in der Wassersäule vorhanden sein sollte.

Auch liest man in den gängigen Anleitungen zum ADA System kaum etwas über Phosphat oder Nitrat, weil davon ausgegangen wird, das der Fisch-Besatz diese in ausreichenden Mengen zufügt. Schaut man sich die Becken in der ADA Gallery an, mag dies durchaus so sein. Achtet man bei diesen Becken auf die Anzahl der Fische, könnte man schon fast von Überbesatz sprechen. Außerdem ist dort eine gute Menge Phosphat im Ausgangswasser (in der Gallery) vorhanden, wie ihr hier sehen könnt:

Quelle und Copyright: ADA Japan

Quelle und Copyright: ADA Japan

Dementsprechend kommen wir zum folgenden Thema:

Grünalgen und der Kalium-Überschuss

Grüne Punkt, Staub oder Fadenalgen sind recht häufig sichtbar wenn man den gängigen ADA Leitfäden ohne Anpassung an die eigenen Wasserverhältnisse / Pflanzenbestückung folgt. ADA selbst, stellt in diesem Fall die komplette Düngung ein oder die Düngung wird drastisch in der Menge reduziert (abhängig von der Pflanzenmenge), bis die Algen unter Kontrolle sind und sich ein „biologisches“ Gleichgewicht eingestellt hat (Quelle: Sayuri Amano).

Man sollte sich auch vor Augen halten, dass in der ADA Gallery ganz andere Pflegemaßnahmen getroffen werden, als bei uns zu Hause und dementsprechend auch andere Düngemengen gefahren werden können. In der ADA Gallery werden folgenden Reinigungszyklen befolgt (davon ausgehend, das mit dem Aquarium alles „gut“ läuft (Quelle: Sayuri Amano):

  • Reinigung des Glases: Fast jeden Tag
  • Soil: Einmal die Woche
  • Pflanzen: Immer dann wenn Algen auf den Pflanzen gefunden werden

Als Beispiel für eine typische Düngung in der ADA Gallery ergeben sich für zwei unterschiedliche 60P Aquarien, welche seit „Monaten“ eingefahren sind, die folgende Dünge-Menge (Quelle: Sayuri Amano):

  1. 60P mit vielen Pflanzen, jeden Morgen (vor dem Einschalten des Lichts) 4-6 Hübe : Brighty K und Step 2
  2. 60P mit wenig Pflanzen (z.B. IWAGUMI Layout), jeden Morgen (vor dem Einschalten des Lichts) : 2-3 Hübe Brighty K and Step 2 

Zudem werden dort JEDEN Morgen und Nachmittag die Wasserparameter genommen und die Düngemenge und Pflege dementsprechend angepasst (Quelle: Sayuri Amano). Tauchen Grünalgen auf, werden diese so gut es geht entfernt, der Filter gereinigt und extra Phosphat zugegeben (Quelle: Starting with Q) Mit einigen Anpassungen des Systems ist dieser Aufwand bei uns aber NICHT nötig, sofern man im Vorfeld auch Kalium nicht komplett unlimitiert zur Verfügung stellt und ein wenig auf seine Phosphat und Nitrat Zufuhr (z.B. mit Special Lights) achtet. Kommen wir also zurück zum Brighty K, dem Kalium Düner.

Brighty_K

Beim ADA System besteht ein kontinuierlicher Kalium Überschuss im Wasser! Man sollte jedoch beachten, es mit diesem nicht zu übertreiben. Die zugeführte Menge muss auch auf Empfehlung von ADA (siehe Suikei Research) dem eurer Pflanzenmasse, der Beleuchtung und Verbrauch an Phosphat/Nitrat entsprechen. Sprich: Ist euer Phosphat- und Nitrat-Verbrauch niedrig, oder enthält von beidem zu wenig, so wird auch wenig Kalium verbraucht und Ihr häuft dieses nur in rauen Mengen an, bis euch die Grünalgenexplosion um die Ohren fliegt, weil eure Pflanzen nicht wachsen.

Meine persönliche Empfehlung ist: Einmal die Woche Brighty K zugeben ist GENUG! Selbst während der Startphase nimmt das Soil nicht allzuviel Kalium auf und der Verbrauch steht laut Leitfaden in keiner Relation zur zugeführten Menge. 

Gebt also NUR nach dem Wasserwechsel Kalium hinzu, anfangs aufgrund der häufigen Wasserwechsel natürlich etwas mehr und beobachtet das Wachstum.

Phosphat und Nitrat nahe „0“

Fahrt ihr das ADA System und achtet auf eure Wasserwerte, werdet ihr feststellen das Phosphat und Nitrat kaum im Wasser nachweisbar sind. Dies bedeutet nicht, dass wir dies wie Eingangs erwähnt nicht über die Wassersäule zufügen müssen. Bei viel Licht (besonders mit den LED Beleuchtungen von ADA und ganz speziell mit der Aquasky Moon, wenig Fischbesatz oder niedrigem Phosphat und Nitrat Werten im Ausgangswasser) und dementsprechender Pflanzenmege, sollte man definitiv das sog. Special Lights oder Stade hinzufügen. Ansonsten laufen die Pflanzen in einen Mangel und wachsen nicht. Besonders wichtig: Gerade wenn kein Phosphat und Nitrat in eurem Ausgangswasser vorhanden sind. Special Lights und Shade können und sollten überdosiert werden, wenn die Beleuchtung stark ist, Mangelerscheinungen auftreten, oder Pflanzen nicht wachsen wollen, da Nährstoffe nicht schnel genug über die Wurzeln aufgenommen werden können, was auch in der Anleitung zum Produkt beschrieben ist.

Angepasster Leitfaden?!

Wie könnte also ein angepasster Leitfaden für Starklichtaquarien und stark wachsende Pflanzen aussehen, wenn man eine etwas moderatere Kalium-Düngung fahren möchte?

Ich teste aktuell folgenden Ansatz (hierbei handelt es sich um persönliche Erfahrungen):

  • ADA Brighty K: Zugabe ab der 1. Woche, nach jedem Wasserwechsel und nur dann in der empfohlenen Dosierung.
  • ADA Step Dünger: Zugabe ab der 3. Woche, in der von ADA empfohlenen Dosierung jeden Tag, tauchen Bart- oder Pinselalgen auf, jeden 2. Tag reduzieren, die Algen so gut es geht entfernen und den Filter reinigen.
  • ADA Special Lights: Zugabe ab der 3. Woche, täglich mit einem Pumphub pro 20 Liter Wasser beginnen. Bei schlechtem Wuchs und Mangelerscheinungen die Dosis erhöhen. Damit sollten sich meiner Meinung nach, auch ohne viel Wassertesterei, gute Ergebnisse erzielen lassen. Passt die Düngemengen bei Bedarf nach oben oder unten an, besonders bei starker und/oder langer Beleuchtung. Denn auch hier gilt: Jedes Aquarium verhält sich anders und generelle Aussagen müssen da immer mit Bedacht behandelt werden.

Was ist mit ECA und Green Bacter / Green Gain

Sobald ihr mit einer stärkeren Zugabe von ADA Special Lights/Shade beginnt, werdet ihr festellen das die Farben eurer roten Pflanzen etwas verblassen können (war bei mir der Fall). Dem könnt Ihr mit dem ADA ECA entgegenwirken. Der ECA ist stark chelatiert und ist so deutlich länger im Wasser verfügar. Dies ist bei der gesteigerten Phosphat-Menge im Wasser von Vorteil (Quelle: Book of ADA 2010/2011). Green Bacter und Green Gain, könnt ihr wie von ADA vorgeschrieben nutzen.

Ergänzend Kims Feedback:

Meine Erfahrungen ähnlich den von Christian beschrieben. So dünge ich zum Beispiel in dem 60H vier Hübe Brigthy K nur nach dem Wasserwechsel und täglich vier Hübe Step Dünger. Aktuell benutze ich Step 2. Etwas dezenter dünge ich ADA Special Lights zu. Hier verwende ich meist nur einen Pumphup pro Tag. Hier trifft die Aussage zu, dass sich jedes Aquarium anders verhält. ECA, Green Bacter und Green Gain gebe ich jeweils nach dem Wasserwechsel zu. 

Der richtige Schnitt

Hier mal ein paar Evolutionsbilder, die ich nach oder vor dem trimmen knipste, bis hin zum Final Shot für das EAPLC Foto siehe oben. Nach dem ich die Algenphase überwunden hatte und die Pflanzen richtig los legten, konnte ich auch schon mit dem Formschnitt beginnen. 

Die aktuellen Planzen: 

  • Rotala sp. „Green“
  • Persicaria (Polygonum) sp. ‚Kawagoeanum‘
  • Rotala rotundifolia ‚Ceylon‘ / ‚Pink‘
  • Rotala sp. ‚Vietnam‘
  • Limnophila sp. „Vietnam“
  • Microsorum pteropus „Taiwan Narrow“
  • Cryptocoryne wendtii „grün“
  • Cryptocoryne beckettii „Petchii“
  • neu! Rotala macrandra ‚Narrow Red‘
  • neu! Crepidomanes cf. malabaricum 

 IMG_8825  IMG_8914 IMG_9008

img_0027Die erste Trimmlinie setze ich recht tief bei den Stängelpflanzen. Beim zweiten Schnitt begann ich dann schon den Schwung mit einzuarbeiten, um die konvexe Form zu unterstreichen. 

Das hieß, seitlich die Pflanzen etwas mehr unterschneiden und zur Mitte einen leichten Anstieg mit einzuarbeiten. So brachte ich nach jeder Wachstumsphase der Pflanzen, immer mehr die gewünschte Form in die Pflanzen rein. 

Auf dem Foto erkennt man gut wie ich die Pflanzen von vorne nach hinten mit einem leichten Anstieg trimmte. Durch diese Schnitttechnik konnte ich dem Layout noch etwas mehr Tiefenwirkung geben.

Trotzdem muss ich immer schmunzeln wenn ich seitlich auf den ‚Schlauch‘ schaue 😉 . So hat das ADA Cube Garden 60 H doch ein sehr eigenes Maß, mit seiner geringen Tiefe im Vergleich zur Höhe des Aquariums.

Schlusswort

Für mich hat sich das Layout zur vollsten Zufriedenheit entwickelt, so dass ich die Minuten genieße wenn ich entspannt vor dem Aquarium sitze.

img_9373Lob zum Layout gab es auch von Andreas Ruppert (Glaskastenkunst) der mit Georg W. Just (Just Aquascping) noch nach dem weScape together Battle in Dortmund auf ein Bierchen in der weScape Gallery rein schaute.

Den restlichen Abend ließen wir dann bei einem gemeinsamen Essen mit einem Teil der weScape Crew (Sven Wiemers, Adela Jonjic, Christian Witt und André Franken) ausklingen. 

We 🙂 Aquascaping! Euer Kim-David & Christian Team weScape

5 thoughts on “ADA 60H „Spring Road“ Teil 3

  • Ein echt interessanter und hilfreicher Bericht zum ADA System.
    Könntet ihr evtl. noch etwas zur Beleuchtungsdauer im Anfangsstadium eurer Becken sagen, also mit wievielen Stunden Beleuchtung ihr beginnt, wie ihr steigert und nach welcher Zeit ihr beim Maximum ankommt.
    Vielen Dank schon mal und macht weiter so!

    • Hi Florian,

      anfangs sechs Stunden ca. einen Monat lang. ( Ich warte immer die kurze Algenphase ab ) Dann auf sieben Stunden, acht und aktuell bin ich bei neun Stunden.
      Das dauert gerne mal bei mir ein halbes Jahr lang.

      Gruß Kim-David, Team weScape

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