ADA 60H – „Spring Road“ Teil 2

ADA 60H – „Spring Road“ Teil 2

Vorwort

weScape together Abend

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Bernd beim setzen der Wurzeln.

Da ich schon so einen riesen Spaß beim Zusammensuchen der Hardware und dem Hardscape hatte, was mitunter vor allem daran lag, auch viele bekannte Scaper wieder gesehen und getroffen zu haben, stand für mich schon lange fest, zur finalen Umsetzung ein paar Gleichgesinnte zu einem Hardscape-Abend einzuladen. Doch wie es immer so ist, war es gar nicht so einfach, einen für alle passenden Termin zu finden. Da ich in der Woche vom 23.05 – 29.05 Urlaub hatte, fragte ich einfach an, wem es abends an „Happy Kadaver“ ab 19:00Uhr passen würde.

Besonders freute ich mich über die Zusagen von Osman Aydin aka Mr. Blacksea und Bernd Vetterick.

Osman lernte ich erst kürzlich bei Roland von aqua! nano & more kennen, als ich sechs Sphaerichthys vaillanti abholte, die später in „Spring Road“ einziehen sollen. Auch er hat die tollen Tiere für sich entdeckt, und zaubert selbst wunderschöne Naturaquarien.

Bernd, den ich von Easy Aquascaping und dem #Hakusan Projekt kenne, bekam in letzter Sekunde für den Besuch am 26.05.2016 die Freigabe von seiner besseren Hälfte.

Zudem gesellten sich noch Christian Witt aka Manten Man und André Franken aka Mr. Creator vom weScape Team dazu. Um 19:00 Uhr trudelten dann auch die ersten Besucher ein. Mit einem Bier in Hand und nach ein wenig Begutachten der kleinen weScape Gallery ging es dann in die kreative Phase. Zuerst brachte unser Manten Man, Christian Witt, gekonnt die von ihm mitgebrachte Hintergrundfolie auf. Danach legte Bernd ein gutes Tempo vor, indem er schon mit dem Setzen der ersten Wurzeln begann. Zu meinen gesammelten Wurzeln kamen ein paar weitere aus der Sammlung von Osman dazu. Tatsächlich war doch noch eine dabei, die das Layout vervollständigte 🙂 .

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Rechts neben der größten Wurzel!

Zwischendurch wurde etwas über die Parosphromenus fachgesimpelt . Leider musste ich Berndt bei seiner ersten Wurzelkreation etwas den Wind aus den Segeln nehmen, als ich meinte, dass eine Abdeckscheibe später auf das Aquarium  muss, weil leider eine Wurzel etwas zu stark aus dem Aquarium ragte.

Zudem: Erzählt mal einem Landschaftsgärtner, dass man keine Holzsäge im Haus hat 😕 . Also wurde klassisch im Kung-Fu Stil die Wurzel zerlegt. Ab und zu regnete es  aus dem Hintergrund immer wieder Ideen und Anregungen von Osman und Christian. Aber ich war auch eine harte Nuss, keine Holzsäge und auch keinen Sekundenkleber da zu haben 😉 .

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Das weScape together Layout.

 

Also mussten zunächst ein paar zusammengefügte Kabelbinder ausreichen. Hin und wieder musste ich innerlich doch etwas schmunzeln, weil Bernd sich auch langsam der Lösung näherte, die ich für mich schon entdeckt hatte und optisch als sehr ansprechend empfand. André Franken stieß etwas später dazu, sodass ich mit ihm ab 23:00 Uhr den Part mit dem Setzen der Steine übernahm. Doch auch ein Dr. Fisch wird auch von Zeit zu Zeit müde, sodass es mit diesem Hardscape endete. Was ein spannender und informativer Abend! Danke Jungs, für die tolle Unterstützung und für eure Spende in die Save the Crocodile Lizard Spendenbox.

Inspiration

„Spring Road“

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© Gerhard Hänsel

Was den Wabi-Kusa zum Verhängnis wurde, inspirierte mich letztendlich zu der Namen- und Pflanzenwahl. In den letzten Monaten musste ich bedingt durch die Arbeit häufig zu Kunden fahren, was aber glücklicherweise dazu führte, dass ich viel die Gegend und das Frühlingserwachen der Bäume beobachten konnte. Hinter einem grünen Baum tauchte der nächste fast rosafarbene Baum auf. Was ein Feuerwerk an Farben! Genau dieses Gefühl der Bäume, die im Frühling wieder zu neuem Leben erwachen, sollte sich später in dem Naturaqaurium wiederspiegeln.  Am Abend zuvor erst viel  die Entscheidung gegen eine konkave, hin zur konvexen Form, d.h. ein niedriger Aufbau an den beiden Seiten und ein hoher in der Mitte.  Zu diesen tollen Eindrücken flossen noch Ideen aus den Fotos, die mir Gerhard Hänsel zur Verfügung stellte, mit in die Gestaltung des Steinaufbaus und die Wurzel-Details im unteren Bereich mit ein.
      

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© Gerhard Hänsel

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© Gerhard Hänsel

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© Gerhard Hänsel

Insbesondere der spätere Fischbesatz soll  dieses Gefühl des Frühlingserwachen aufgreifen. So bin ich schon gespannt darauf, wenn die Sphaerichthys vaillanti Damen und Parosphromenus cf. Bintan Männer in ihrer Balzfärbung durch das Aquarium toben.

Hardscape Endfassung

Die finalen Details

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Neuer Tag, neue Details.

Am nächsten Tag ging es alleine mit dem Fertigstellen des Hardscapes weiter. Hier und da fanden noch ein paar kleine Reststücke von roter Moorwurzel in dem Scape Platz. Zudem streute ich ein bisschen ADA Mekong Sand SS vor den kleineren Kei Stone Haufen, um es ein wenig auf mich wirken zu lassen.

Auch in dem rechten Wurzelteil änderte ich eine Kleinigkeit ab, indem ich die mit Kabelbinder fixierte Flusswurzel wieder entfernte. Obwohl Mr. Creator die vorherige Variante als spannender empfand, konnte ich mich damit nicht richtig anfreunden.  

Ich weiß, was meine Paros wollen 😉 .

Bodengrund

Never change a running system.  

So setzte ich abermals auf das altbewährte ADA Bodengrundsystem und fing an, indem ich Power Sand M als erste Schicht nutze . Vor allem fördert der Power Sand das Wachstum von Mikroorganismen, sorgt für eine langfristige Versorgung von Nährstoffen und verhindert die Verhärtung des Substrates. Zur Unterstützung des Bodengrundes streute ich Bacter 100, Clear Super und Turmalin BC auf den Power Sand. Zum einen baut sich schneller eine mikrobielle Flora auf und das Wachstum von Mikrobakterien wird gefördert. Zum anderen wird das Substratsystem stabilisiert und Wurzelwachstum angeregt.

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Nährstoffzusätze

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Power Sand

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Substratanstieg

Auf den Power Sand wurde nun reichlich Aqua Soil Amazonia aufgeschüttet. Er ist besonders reich an organischen Substanzen und Stickstoff und unterstützt ein schnelles Wachstum der Pflanzen. Dieses Substrat, das eine symbiotische Beziehung zwischen bestimmten Mikroorganismen und den Wurzeln der Wasserpflanzen ermöglicht, zählt für mich zu den Besten auf dem Markt. Den Bodengrundaufbau passte ich der konvexen Form des Layouts an. 

Aqua Soil Amazonia / die Angaben können geringfügig abweichen.

PH KH NH4 NO2 Po4
6.0 weniger als 1 2.0 weniger als 0.02 weniger als 0.01

Die Pflanzenanordnung

Betonung des Zentrums

Zunächst fing ich an,  mir die Pflanzen für das Einsetzen zu präparieren. Die submersen Pflanzen aus meinen anderen Aquarien hatte ich schon am Tag davor in passende Portionen aufgeteilt. Die restlichen Pflanzen wurden schnell von Steinwolle befreit und ebenso in die richtigen Portionen verteilt.

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Limnophila sp. „Vietnam“ ( emers )

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Cryptocoryne ( emers )

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Ludwigia arcuata ( submers )

Wichtig war mir noch, genügend offenen Raum zu schaffen. Im zentralen Teil pflanzte ich vor allem rote Stängelpflanzen. Hier verwendete ich Ludwigia arcuata. Davor setzte ich noch ein wenig der Hygrophila lancea „Araguaia“. Im Rücken der roten Pflanzen setzte ich Rotala rotundifolia ‚Ceylon‘ / ‚Pink‘ und rechts und links Rotala sp. ‚Vietnam‘. Diese sollen die Wirkung der roten Pflanzen unterstreichen.

Ganz außen setzte ich, um die konvexe Form zu unterstreichen, auf beiden Seiten Limnophila sp. „Vietnam“ ein. Als Highlight verteilte ich zum Schluss die Persicaria (Polygonum) sp. ‚Kawagoeanum‘ zum Auflockern zwischen den verschiedenen Pflanzen im Hintergrund. Auf einen Bodendecker verzichtete ich komplett. Stattdessen verwendete ich im Vordergrund den ADA Colorado Sand, der an einigen Stellen von dem ADA Mekong Sand SS aufgelockert wird.

Im Schattenbereich unter den Flusswurzeln setzte ich  Cryptocoryne wendtii „grün“ und Cryptocoryne beckettii „Petchii“ ein. Microsorum pteropus „Taiwan Narrow“ setzte ich im zentralen Teil der Flusswurzel ein. Mit ADA Moos Cotten befestigte ich an einigen Stellen auf den Wurzeln das schöne Solenostoma tetragonum Moos. Die etwas größer werdende Cryptocoryne pontederiifolia wurden direkt rechts hinter die Flusswurzeln gesetzt. Da die linke Seite etwas stärker von der Wurzelwirkung ist, soll dies später durch die Cryptocoryne pontederiifolia auf der rechten Seite wieder ausgeglichen werden.

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Bepflanzung im Mittelgrund

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Pflanzen Mitte vorne und Seiten

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Fertige Bepflanzung!

 

Filterung / Technik

Die Kraft der zwei Herzen

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ADA NA Carbon

Dies ist auch mein erstes Aquarium, das ich gleich mit 2 Filtern startete. Ein gut eingelaufener JBL CristalProfi e401 Greenline, den ich zusätzlich mit ADA NA Carbon ausrüstete. Und der eingefahrener ADA Super Jet Filter ES-300, der komplett mit Bio Rio bestückt ist. Beide Filter standen aber etwas länger ungenutzt in der Ecke herum. Aus beiden Filtern wurde aber vorher das Wasser komplett entfernt. Ich hoffe, die Filtermedien sind bald wieder ausreichend mit Mikroorganismen angesiedelt. 

Den JBL werde ich nur den ersten Monat mit laufen lassen, um die Absorbationseigenschaften des chemischen Filtermediums voll auszunutzen. Den Hydor Heizer werde ich auch erst nach den Sommermonaten an Filter anschließen, da ich bis dato problemlos 25C° (dank der Dachwohnung in meinen Aquarien) erreiche. Nun läuft auch zum ersten Mal ein Twinstar Nano in der Einlaufphase mit. Ich bin gespannt, wie er sich bemerkbar machen wird. 

Wegen der heikleren Haltung meiner  Fische verzichte ich nie auf einen Bubble Counter, einen Dropchecker und ein Thermometer, damit bei Veränderungen schnell reagiert werden kann.

Das fertige Layout 

Die richtige Balance

Nun war es so weit; Endlich konnte ich das Aquarium fluten. Anschließend kamen die Filter & Glaswaren dran. Der Plan nun war es, Co2 anzuschließen, sich zurückzulehnen und das fertige Layout zu bewundern. Hinter dem großen Stein im Zetrum des Layouts konnte ich einige Lücken und Höhlen für die Parosphromenus schaffen, was ich immer im Hinterkopf bei der Gestaltung behielt. Durch die Stängelpflanzen im Hintergrund gibt es auch später genügend Rückzugmöglichkeiten für die Fische. Zudem mildern die Schwimmpflanzen später den Lichteinfall der Moon, die doch sehr hell ist. Ich denke, dass ich wie in den anderen Naturaquarien wieder die richtige Balance gefunden habe, um meinen Fischen gerecht zu werden und trotzdem ein schönes Layout gezaubert zu haben.

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Beim Fluten…

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Tag 1

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Woche 1

In der ersten Woche hieß es dann wieder: Wasserwechsel! Also wurden täglich 25 Liter Aquariumwasser gegen feinstes Osmosewasser getauscht und mit etwas ADA Green Bacter aufgepeppt. Nach einer Woche konnte ich nun auch die kleinen Stücke der roten Moorwurzel versenken. Jetzt geht es mit dem zweitäglichen Wasserwechsel und der ersten leichten Düngung weiter.

Hardware:

Zur Verfügung standen ein ADA Cube Garden 60H ( B60 x T30 x H45 cm ) mit Aquasky Moon 601 zur Beleuchtung und folgender Einrichtung.

Hardscape:

  • Kei Stone mixed Size
  • Flusswurzel/Hoornwood
  • Rote Moorwurzel/Reststücke

Bodengrund und Zusätze:

  • ADA Clear Super
  • ADA Bacter 100
  • ADA Tourmaline BC
  • ADA Power Sand Special M
  • ADA Aqua Soil Amazonia
  • ADA Mekong Sand SS
  • ADA Colorado Sand

Pflanzen:

  • Rotala sp. „Green“
  • Persicaria (Polygonum) sp. ‚Kawagoeanum‘
  • Rotala rotundifolia ‚Ceylon‘ / ‚Pink‘
  • Rotala sp. ‚Vietnam‘
  • Hygrophila lancea „Araguaia“
  • Limnophila sp. „Vietnam“
  • Microsorum pteropus „Taiwan Narrow“
  • Cryptocoryne wendtii „grün“
  • Cryptocoryne beckettii „Petchii“
  • Cryptocoryne pontederiifolia
  • Ludwigia arcuata
  • Solenostoma tetragonum

CO2:

  • ADA CO2 Advanced System & Mehrweg Co2 Flasche 2kg
  • ADA EL Valve ( Nachtabschaltung )
  • Ada Pollen Glass Beetle 30mm und Glass Bubble Counter
  • Ada Drop Checker

Filter:

  • ADA Super Jet Filter ES-300
  • JBL CristalProfi e401 Greenline zusätzlich im ersten Monat mit ADA NA Carbon

Heizung:

  • Hydor ET-200 Externer Regelheizer
  • ADA NA Thermometer J White type 6mm

Ein/Auslauf:

ES-300 mit

  • ADA Lily Pipe P-2
  • ADA New Lily Pipe V-5

e401 mit 

  • ADA Lily Pipe Spin P-2
  • ADA New Lily Pipe V-3

Sonstiges:

  • Twinstar Nano

Schlusswort

da wird bald wieder ein ADA 45P leer…

Eigentlich ist es schon fast wieder etwas schade, dass „Spring Road“ fertig eingerichtet ist, denn die kleine Reise hin zum gestarteten Aquarium hat mir wieder (dank der Unterstützung von Freunden und gleich Gesinnten) sehr viel Spaß gemacht.

Eben genau das macht für mich unser Hobby aus.  Solch ein tolles Layout kommt dabei heraus, wenn man sich gegenseitig unterstützt, austauscht und Tipps gibt. Ganz im Sinne von weScape together.

S: Wobei, wenn die Fische umgezogen sind, wird ja wieder ein ADA 45P leer. Wer hat Zeit?

Euer Dr. Fisch / Kim-David  Team weScape 

 

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